Wettingen
Kunstblut spritzt in hohem Bogen aus dem Mund: Dinner-Krimi verwandelt Brauerei zum Tatort blutrünstiger Verbrechen

«Mord in der Brauerei» heisst der neuste Dinner-Krimi von Tiziana Zeller, der für einen schaurig-spannenden Abend in der Brauerei Lägerebräu sorgt.

Ursula Burgherr
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Das Kunstblut spritzt aus dem Mund.

Das Kunstblut spritzt aus dem Mund.

Ursula Burgherr

Auf der Speisekarte im grossen Eventlokal der Bierbrauerei in Wettingen steht «Salat nach Art des Killers» und «kriminell erworbenes Entrecôte blutrot gebraten». Für das Publikum die perfekte Einstimmung auf einen schaurigen Abend, an dem sich mitten unter den Gästen ein Familiendrama entfaltet.

Geprägt von Neid, Eifersucht, Gier und Hinterlistigkeit. Gleich zu Beginn werden die Gäste zur aktiven Mitwirkung aufgefordert. Bei einer Führung durch das dunkle Aussenareal machen sie einen grausigen Fund: Zugedeckt mit Alufolie liegt eine Leiche auf dem Boden, nur die kalte, wächserne Hand lugt hervor. Und es sollte nicht der einzige Tote des Abends bleiben.

Vor dem Dessert wird dem Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen

Alarm ertönt, eine Polizeieskorte treibt die Schaulustigen nach innen, wo es gleich weiter mit der Testamentsvollstreckung von dem ebenfalls verstorbenen Sir Edward Sophie geht. Dass seine erstgeborene Tochter Eulalia zur Alleinerbin ernannt wird, freut nur ihren geldgierigen und untreuen Gatten Vincenzo.

Szene aus dem Dinner-Krimi «Mord in der Brauerei» von Tiziana Zeller
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Szene aus dem Dinner-Krimi «Mord in der Brauerei» von Tiziana Zeller
Szene aus dem Dinner-Krimi «Mord in der Brauerei» von Tiziana Zeller
Szene aus dem Dinner-Krimi «Mord in der Brauerei» von Tiziana Zeller
Szene aus dem Dinner-Krimi «Mord in der Brauerei» von Tiziana Zeller
Szene aus dem Dinner-Krimi «Mord in der Brauerei» von Tiziana Zeller
Szene aus dem Dinner-Krimi «Mord in der Brauerei» von Tiziana Zeller

Szene aus dem Dinner-Krimi «Mord in der Brauerei» von Tiziana Zeller

Peter Nyiroe

Und auch er muss im Verlaufe der Handlung das Zeitliche segnen. Das Kunstblut spritzt in hohem Bogen aus seinem Mund, während die Anwesenden sich an den lukullischen Genüssen laben. Vor dem Dessert gilt es aber noch, dem verstorbenen Vincenzo die letzte Ehre zu erweisen, der im Nebenzimmer aufgebahrt ist. Bis zur Lösung aller Fälle, die natürlich ganz anders ausfällt als erwartet, gibt es viel Slapstick, Klamauk, artistische Einlagen.

Dinner-Krimi musste zweimal verschoben werden

Tiziana Zeller aus Baden ist seit vielen Jahren für erlebnisgastronomischen Events wie Dinner-Krimis bekannt. Das Drehbuch zu «Mord in der Brauerei» schrieb sie wie immer selber und gab nicht nur sich, sondern auch ihrem Hirtenhund-Mischling «Phoenix» eine Rolle. Der Vierbeiner, den sie einst aus einer Tötungsstation in Ungarn rettete, meistert die Rolle bravourös. Für einen «schaurig» unterhaltsamen Abend sorgt ihr Profi-Team, das aus der ganzen Schweiz stammt. Darunter befinden sich eine Schlangenfrau, mehrere Schauspieler, ein Magier und eine Musical-Darstellerin.

«Nach zweimaligem Verschieben bibberten wir bis zum Schluss, ob wir unser Animationstheater aufführen können», sagt Zeller. Kurz vor dem Event musste sie das Stück nochmals «coronagerecht» umschreiben. «Wir interagieren sonst noch viel mehr mit dem Publikum, der Zauberer macht Close Ups an den Tischen. Das war jetzt nicht möglich.» Ein rundum vergnüglicher Abend ist es trotz dieser Einschränkungen.

Und der Dinner-Krimi soll auf jeden Fall eine Fortsetzung finden, sobald die gegenwärtige Omikron-Welle sich gelegt hat. «Die Handlung soll noch skurriler werden als bisher», verspricht Zeller nach der Vorstellung. Und das will etwas heissen.