Baden

Weihnachtsgeschäft harzt: Ladenbesitzern bleibt nur der Sonntagsverkauf

Badener Geschäftsinhaber hoffen auf die letzten Verkaufstage.

Badener Geschäftsinhaber hoffen auf die letzten Verkaufstage.

Internet, Einkaufstourismus und Shoppingcenter schnappen den Läden die Kunden weg. Einzig mit dem Sonntagsverkauf, können Auch die kleinen Läden richtig Umsatz machen.

Für viele ist Weihnachten die schönste Zeit im Jahr, die Laune der Badener Detailhändler hingegen ist eher durchzogen – trotz guter Sonntagsverkäufe, Wetterglück und «einer der schönsten Weihnachtsbeleuchtungen der Schweiz», wie City Com Baden Präsident Robert Sailer sagt.

Viele Händler sind nicht zufrieden mit dem bisherigen Weihnachtsgeschäft. «Ich habe schon mit einigen Detailhändlern gesprochen, die bei City Com dabei sind», sagt Sailer. «Weshalb das Geschäft nicht läuft, ist schwer zu sagen, weil mehrere Faktoren mitspielen.»

Robert Sailer von City Com Baden sagt, warum die Badener Detailhändler nicht begeistert sind vom Weihnachtsgeschäft.

Robert Sailer von City Com Baden sagt, warum die Badener Detailhändler nicht begeistert sind vom Weihnachtsgeschäft.

Ausgestorbene Strassen

Erika Rentsch von der Schmuck-Boutique La Pierre in der Badstrasse zeigt sich besorgt: «Es gab Tage, da sah es in der Strasse aus wie ausgestorben.» Auch die Ausverkäufe hätten dieses Jahr früher angefangen, «und wenn ich sehe, das die Verkäufer schon 20 Minuten vor Ladenschluss anfangen aufzuräumen, dann gibt einem das zu denken.»

Wenig berauscht vom Weihnachtsgeschäft ist auch eine Verkäuferin der Bijouterie Rietz. «Die Leute sind sehr verhalten beim Einkaufen und uns fehlt vor allem der Mittelstand». Viele Kunden würden bevorzugt in Deutschland einkaufen.

Rentsch sieht eher im Online-Shopping eine grosse Konkurrenz. «Die Leute holen bei mir oft nur noch die Infos, weil sie ihren Schmuck bereits im Internet bestellt haben.»

City Com Präsident Sailer sieht die Konkurrenz auch in den grossen Shoppingcentern in Spreitenbach oder Zürich. «Die Mäuse und Jaguare», wie Sailer die ganz kleinen und mittleren Geschäfte nennt, können auf die beiden letzten Verkaufstage hoffen. «Viele Leute haben frei und gehen in letzter Minute lädelen.»

Einer der wenigen «Jaguare», die gut gelaunt sind, ist Peter Siegenthaler, Inhaber von «Cadenhead’s Whisky and more». Er bricht dieses Jahr seinen Verkaufsrekord von 2012. «Whisky boomt extrem. Wir haben Kunden, die sogar von Thun hier her nach Baden fahren für eine Flasche». Speziell an seinem Geschäft sei, dass er sich voll auf die schottische Marke Candenhead’s spezialisiert habe.

Sonntagsverkäufe 2013 viel besser

Bei «den Elefanten», wie Sailer die grossen Detailhändler Migros, Coop oder Manor nennt, sehen die Zahlen besser aus. Sie liegen auf Vorjahresniveau oder leicht darüber. Vor allem der letzte Sonntagsverkauf war im Vergleich zum Vorjahr viel besser.

Das liegt in erster Linie am Datum: Letztes Jahr durften die Geschäfte am 23. Dezember nicht mehr öffnen. «Je näher aber der letzte Sonntagsverkauf bei Heiligabend liegt, desto besser läuft das Geschäft», sagt Jürg Birkenmeier, Verkaufsleiter Coop City. Sogar im «La Pierre» bei Rentsch lief es am vergangenen Sonntag richtig gut.

Bei Coop und Manor würde man gar einen dritten Verkaufssonntag begrüssen. «Die Zahlen aus Zürich zeigen, dass diese Tage zusätzlichen Umsatz generieren», sagt Birkenmeier.

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