Löwenbabys, Erdferkel, Komodowarane: Es gibt kaum ein Tier, das Rudolf Hug noch nicht vor der Linse hatte. Der 68-jährige Fotograf aus Oberrohrdorf reist für seine Leidenschaft um die ganze Welt und fängt Tiere in freier Wildbahn auf Bildern ein. In der Aargauer Zeitung erscheinen seine Bilder regelmässig im Ressort «Leben und Wissen», gemeinsam mit Anekdoten zu den Tieren und Hugs Erlebnissen. Aus diesen Fotobeiträgen hat Rudolf Hug schliesslich sein Buch «Tiergeschichten aus aller Welt» geschaffen, welches er selber verlegt. «Menschen mögen Geschichten einfach», erklärt er seine Motivation. Auch, wenn Bilder alleine schon bewegen können, mit der passenden Geschichte gelinge es noch besser. Am Sonntag, 2. Dezember, stellt er seine Tiergeschichten deshalb in einer Multimediashow im Kino Trafo in Baden vor.

Mit der Show will Hug seinen Besuchern seine Bilder und das Buch näher bringen. Dass eine Aufführung wie diese dafür die richtige Plattform ist, konnte er schon unter Beweis stellen: Bereits vor vier Jahren hat er eine Multimediashow durchgeführt. Die Show, damals unter dem Namen «Abenteuer 60 Grad Nord», handelte von seinen Reisen im kalten Norden. Auch diese fand im Trafo in Baden statt. Damals buchte der Oberrohrdorfer den zweitgrössten Saal – für den Besucheransturm habe dieser jedoch nicht ausgereicht. «Wir mussten viele Leute wieder nach Hause schicken», bedauert er. Deshalb hat er sich dieses Mal für den grössten Kinosaal entschieden: «Vielleicht etwas übermütig», sagt er und lacht.

Geduld und Glück

Seine Multimediashow wird Hug im Dezember ähnlich gestalten wie bereits vor vier Jahren. Seine Fotos – bewegte und bewegende Bilder, wie Hug erklärt – werden von Musik begleitet auf der Leinwand abgespielt, während er dazu die Geschichten erzählt. Pro Bild rechnet er mit rund fünf Minuten Erzählzeit, insgesamt dauert sie Show rund eine Stunde. «Es ist wichtig, das Publikum zu spüren und lebendig zu erzählen», so Hug. Damit hat er jedoch keine Mühe, denn wenn der Aargauer von seinen Erlebnissen berichtet, schwingt viel Leidenschaft mit.

«Die Jaguare im Pantanal. Nein, der Pangolin in der Kalahari-Wüste. Oder das Eisbären-Baby in Kanada?» Für einen Lieblingsmoment kann sich Rudolf Hug gar nicht entscheiden. Manchmal könne er es kaum glauben, wenn ein seltenes Tier im Sucher seiner Kamera erscheint. «Es kann sein, dass man tagelang wartet und nichts sieht. Und plötzlich, aus dem Nichts, tauchen die Tiere auf.» Es brauche viel Geduld, eine Leidenschaft wie diese zu haben. «Und wenn man bei minus 45 Grad sechs Tage lang jeweils acht Stunden auf einen Eisbären wartet, auch viel Durchhaltevermögen», so Hug. Letztlich gehöre auch eine grosse Portion Glück dazu.

Schon bald wird Rudolf Hug wieder neue Geschichten zu erzählen haben: Der Fotograf war erst kürzlich auf den Falklandinseln und in Südgeorgien unterwegs, um Pinguine zu fotografieren. «Schifffahrten in stürmischer See liebe ich nicht besonders», sagt er vor seiner Reise. «Aber ich möchte unbedingt zu den Pinguinen», schiebt er nach. Auch für diese Expedition braucht der Aargauer Geduld und Durchhaltevermögen – und etwas Glück.