Baden
Vier neue Geschäfte in der Cordulapassage – das ist die erste Bilanz der Betreiber

Seit rund zwei Monaten haben die vier Geschäfte in der Cordulapassage geöffnet. Die Geschäftsinhaber ziehen eine positive Bilanz.

Carla Stampfli
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Den Standort bezeichnen die vier Ladenbetreiber in der Cordulapassage als gut.

Den Standort bezeichnen die vier Ladenbetreiber in der Cordulapassage als gut.

Martin Rupf

Ob Berufstätige, Lehrlinge, Schüler oder Velofahrer: Mit der Eröffnung der Cordulapassage ist Leben unter den Schulhausplatz gekehrt. Dazu tragen auch die vier Geschäfte bei – das Bäckerei-Franchise-Konzept «Mlinar» aus Kroatien, das orientalische Gastrokonzept «Le Passage», das Express-Lebensmittelgeschäft «7 Day-Shop» sowie «Paradiso Schönkaffee», das Coiffeur-Salon und Café zugleich ist.

Seit rund eineinhalb Monaten sind die Läden offen. Wie kommen die Geschäfte und die Cordulapassage bei den Passanten an und wie ist aus Sicht der Ladenbetreiber der Start gelungen?

Das BT hat nachgefragt: Wie halten die Besucher von der Cordulapassage mit ihren vier Läden?

Aileen Brumann: «Ich war noch in keinem Laden, aber die Passage sieht gut aus. Mir gefallen die Wände aus Mosaiksteinen. Es ist super, dass der Platz gut genutzt wird, oben kann der Verkehr fahren und unten sind die Fussgänger.»
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Christoph Kündig: Bis jetzt war ich schon im «7 Day-Shop» und finde es gut, dass es einen Laden hat, der so lange geöffnet ist. Dank der Neugestaltung ist es angenehmer als vorher. An die grünen Wände gewöhnt man sich mit der Zeit.»
Pascal Luginbühl: «Die ganze Passage ist sehr geräumig. Ich finde gut, dass dank dem vielen Platz Fussgänger und Fahrradfahrer vereint werden. Die Läden kenne ich nicht wirklich. Bislang war ich noch nie in einem Geschäft hier.»
Aristeidis Charitos: «Ich finde die Passage besser als früher. Dank ihr ist es einfacher, in die Stadt zu kommen. Auch die Läden finde ich gut, ab und zu hole ich mir hier einen Kaffee. Davor gab es ja eigentlich keine Läden.»

Aileen Brumann: «Ich war noch in keinem Laden, aber die Passage sieht gut aus. Mir gefallen die Wände aus Mosaiksteinen. Es ist super, dass der Platz gut genutzt wird, oben kann der Verkehr fahren und unten sind die Fussgänger.»

Anja Zingg

Orientalische Häppchen und libanesische Speisen

Die Brüder Samko und Kay Algailani, die das Lokal «Le Passage» führen, sind soweit sehr zufrieden. «Wir sind sehr gut ausgelastet und bekommen positive Rückmeldungen», sagt Kay Algailani.

Das habe unter anderem damit zu tun, dass sie orientalische Häppchen und libanesisches Essen anbieten: «Das ist in Baden einmalig. Dafür reisen Gäste sogar aus Zürich an.» Am Mittag bedienen die Brüder vor allem Geschäftsleute und verkaufen Take-away-Menüs an Schüler. «Am Abend hingegen liegt der Apéro in unserer Lounge-Bar hoch im Kurs.»

Dabei kämen neben Berufstätigen auch Leute aus der Nachbarschaft ins «Le Passage». Mit dem Standort sind die beiden gebürtigen Iraker, die seit Jahren in Baden leben, glücklich. Der Platz sei sehr lebendig und lade zum Verweilen ein. Samko Algailani fügt hinzu: «Mit den anderen Mietern in der Passage pflegen wir ein freundliches und professionelles Verhältnis.»

Polizei: Soziale Kontrolle funktioniert

Mit der Cordulapassage und den vier Geschäften will die Stadt Baden, dass die Einkaufsstadt attraktiver und die Anbindung der Vorstadt in die Altstadt besser wird. «Letzteres ist mit der Neugestaltung der Cordulapassage sicherlich gelungen», sagt Manfred Schätti, Abteilungsleiter Immobilien bei der Stadt.

Die Rückmeldungen seien bislang positiv. «Für viele Nutzer ist das Resultat besser rausgekommen als geglaubt. Das spielt sicher auch den vier Ladenmietern in die Hände.» Gemäss Schätti hätten sich diese relativ rasch positioniert. «Sicherlich bedarf es noch gewisser Feinjustierung, zum Beispiel, dass sich einzelne Geschäfte etwas mehr erkennbar machen könnten.» Die Läden würden die Passage nicht nur beleben, sondern auch zur sozialen Kontrolle beitragen.

Gemäss Stadtpolizei Baden funktioniert diese gut: «Bislang haben wir in der Cordulapassage keine Probleme gehabt. Es ist zu keiner Verlagerung der Hotspots gekommen», sagt der stellvertretende Polizeichef, Max Romann. Auch die langen Öffnungszeiten des «7 Day-Shops» würden keine Probleme bereiten.

Zusätzliche Patrouillengänge führt die Stadtpolizei mit der Neueröffnung der Cordulapassage nicht durch: «Solange sie nicht zum Hotspot wird, sind keine Massnahmen nötig.» Was die Passage als solches betrifft, ist die Stadt daran, Optimierungen an der Lichteinstellung vorzunehmen. In den nächsten Wochen werden die definitiven Abfallkübel montiert. (ces)

Das Sortiment angepasst

Auch «7 Day-Shop»-Inhaber und Firmengründer Marouf Ahmadi blickt auf einen gelungenen Start zurück: «Wir sind sehr erfolgreich gestartet.» Das sei vor allem darauf zurückzuführen, dass das Lebensmittelgeschäft sieben Tage die Woche offen hat, unter der Woche bis 23 Uhr, am Wochenende bis 2 Uhr. «Die Öffnungszeiten sind für Kunden sehr attraktiv.» Als umsatzstärksten Tag habe sich der Sonntag herauskristallisiert. «Und das, obwohl dann weniger Pendler und Schüler unterwegs sind.»

Neben den Öffnungszeiten komme auch das spezielle Sortiment sehr gut an: «Wir bieten Lebensmittel an, die beispielsweise Migros, Coop oder Denner nicht führen.» Etwa internationale Speisen wie Persischer Reis oder Getränke aus Australien.

Im Hinblick auf die Schliessung des Denners im Falkengebäude habe man das Sortiment zudem etwas angepasst. Zum Standort sagt der Inhaber: «Die Cordulapassage ist sehr gut frequentiert und die Sitzgelegenheiten laden zum Innehalten ein.»

Schwierige Anfangsphase

«Wir sind einigermassen zufrieden, wie der Betrieb gestartet ist», sagt Damir Skobic, Inhaber und Franchisenehmer von «Mlinar Caffe». Derzeit stecke man in der Anfangsphase, die immer etwas schwierig sei. «Noch sind wir hier nicht allzu bekannt.» Nun wolle man dies mit mehr Werbung ändern.

Die Mlinar-Bäckerei hat Standorte weltweit und ist seit 2016 mit mehreren Filialen in der Schweiz vertreten – seit kurzen auch in Baden. Den Standort bezeichnet Skobic als sehr gut. «In der Cordulapassage zirkulieren den ganzen Tag viele Leute, an Laufkundschaft fehlt es nicht.» Dabei seien «To-go»-Artikel gefragt, aber auch an den Tischchen werde Platz genommen. «In ein paar Monaten sind wir dann richtig eingespielt und wissen, was zu verbessern ist.»

«Ganz einfach: Wir sind beides»

Für Gabriela Paradiso, Inhaberin des «Paradiso Schönkaffee», war der Start zufriedenstellend. «Die Auslastung war gut. Jedoch hoffen wir, dass mit der Zeit etwas mehr Kunden hierherfinden.» In den ersten paar Wochen sei die Kundschaft unsicher gewesen, ob es sich beim «Paradiso Schönkaffee» um ein Café oder einen Coiffeur-Salon handelt. «Es ist ganz einfach: Wir sind beides», sagt Paradiso mit einem Lachen.

Zum Beispiel könnten sich Kunden über Mittag eine Pediküre machen lassen und eine Suppe essen. Den Standort bezeichnet sie als gut. Dennoch hofft Paradiso, dass in der Cordulapassage künftig kleinere Anlässe wie etwa Flohmärkte durchgeführt werden. «Das würde mehr Leute in die Passage locken.»