Wettingen

Trotz Corona viel Publikum an Kurzfilmnacht – Katzen dominieren

«Nachts sind alle Katzen grau»: Seine zwei Katzen begleiten Christian auch in die Berge zum Après-Ski.

«Nachts sind alle Katzen grau»: Seine zwei Katzen begleiten Christian auch in die Berge zum Après-Ski.

Trotz Corona erhalten die Macher des Wettinger Kurzfilmfestivals ein erstaunlich gutes Echo. Zu sehen waren 25 Filme mit Ernsthaftigkeit, Witz, Absonderlichem.

Eigentlich hätte die 18. Schweizer Kurzfilmnacht bereits im Frühling stattfinden sollen. Die Corona-Situation hat in den sechs Monaten seither jedoch nicht verbessert – entsprechend erleichtert über die besetzten Kinoplätze war Organisatorin Franziska Götz am Freitag im Kino Orient: «Die Kinosäle sind gut gefüllt und es herrscht eine gelassene Stimmung – die Besucher und Besucherinnen kommen gerne hierher.»

Kurzfilme sind bestimmt durch ihre kurze Erzählform und ihr eigenes Format. Hinter der Produktion dieser Filme steckt erstaunlich viel Arbeit: «Für knapp zwei Sekunden auf dem Screen benötigen wir einen bis zwei Arbeitstage», sagte Franziska Meyer, Produzentin des Animationsfilms «Black Icicles».

Zu sehen war etwa der Animationsfilm "Black Icicles" von Franziska Meyer.

Zu sehen war etwa der Animationsfilm "Black Icicles" von Franziska Meyer.

Franziska Meyer ist eine von vier Aargauer Filmschaffenden, deren Werke an der Kurzfilmnacht zu sehen waren. Nebst Black Icicles, einer Pingu-Parodie, wurde eine Dokumentation über die konventionellen Landwirte Roland und Robert gezeigt, die eine Balance zwischen einer ökologischen Landwirtschaft und dem wirtschaftlichen Überleben suchen.

Mischung aus Fiktion und Dokumentation

Die vielfältige Filmauswahl kam bei den Besucherinnen und Besuchern gut an. «Von den Aargauer Werken gefiel mir ‹Idotikon› am besten. Die Machart des Filmes finde ich besonders spannend, da sie eine Mischung zwischen Fiktion und Dokumentation ist», sagte die 24-jährige Olivia Groenke aus Baden. Der 25-jährige Student Silvian Preisig, auch aus Baden, stimmte ihr zu. «Man fragt sich: Wie viel Kontrolle hat der Filmemacher über das Drehbuch?»

Weiter wurden fünf neue Schweizer Kurzfilme gezeigt. Unter anderem der Gewinner in der Kategorie Bester Schweizer Film an den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur «22:47 Linie 34» von Michael Karrer. Er stellt eine lebensnahe Alltagssituation einer nächtlichen Busfahrt mit einer Fülle scharf beobachteter Details dar.

Mit den Katzen zum Après-Ski

«Mir hat der Kurzfilm von Michael Karrer am besten gefallen, weil er sehr ehrlich war und man als Zuschauerin das Gefühl hatte, ebenfalls im Bus zu sitzen und Teil des Geschehens zu sein», sagte die 24-jährige Meret Schenker aus Wettingen. Weniger ernst, sondern komisch und witzig, war der Film «Nachts sind alle Katzen grau» von Lasse Linder: Christian lebt mit seinen beiden Katzen Marmelade und Katjuscha zusammen. Sie begleiten ihr Herrchen nicht nur zum Einkaufen, sondern auch in die Berge zum Après-Ski.

Christian möchte jedoch Vater werden und lässt deshalb seine geliebte Marmelade von einem exklusiven Kater im Ausland befruchten – mit Erfolg! Katzenliebhaberinnen kamen während der Kurzfilmnacht nicht zu kurz, denn die beliebten Haustiere bildeten den Mittelpunkt des diesjährigen Programms. So spielten sich kurz vor Mitternacht acht sozialkritische und politische Katzenfilme auf der Leinwand ab.

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