Origami ist die Kunst des Papierfaltens. Üblicherweise wird Papier mit den Händen zu kleinen Objekten verwandelt. Nicht wenn Frank Bölter seine Hände im Spiel hat: Er kreiert gemeinsam mit Passanten überdimensionale Origami aus Milchkarton. Ein Schiffchen aus einem Stück Papier zu falten, hört sich nach einer einfachen Übung an. Mit 40 helfenden Händen muss die Sache jedoch anders angegangen werden.

«Bei dieser Übung ist Gruppendynamik gefragt. Es ist gar nicht so einfach, wenn plötzlich ein Karton über 20 Köpfe gezogen werden muss», sagt Bölter. Am Dienstag hat die erste Aufführung «Playground:Baden» des Deutschen Künstlers stattgefunden. Auf dem Schlossbergplatz wurde ein Milchkarton mit der Fläche von 128 Quadratmetern ausgerollt.

Neugierige Passanten versammelten sich auf dem Schauplatz und mussten gleich mitanpacken. Um Kanten zu falten, stampften Kinder auf dem Karton herum. Passanten legten sich in das riesige Origami, damit es gewendet werden konnte. Am Ende der Übung schwamm das überdimensionale Origami-Schiff auf dem Springbrunnen beim Bahnhofplatz.

Nichts für schwache Nerven

Ein Kunstwerk der ganz anderen Sorte ist im Stadtturm zu besichtigen. Die «Strafvollzugsanstalt» hält lebensgefährliche Monster hinter Gittern. Nur diese Woche können Passanten an Führungen einen Blick auf die Kreaturen werfen. Zu Beginn des 20-minütigen Rundgangs vermitteln die Mitarbeiter der Vollzugsanstalt Sicherheitsvorschriften.

Verboten ist, weniger als einen Fuss Abstand zu den Zellen zu halten, vor den Monstern Halt zu machen oder sie gar anzufassen. «Wer sich nicht an die Regeln hält, ist schneller draussen, als die Monster fressen können», warnen die Mitarbeiter. Wer sich dennoch in den Stadtturm traut, wird hoffentlich mit dem blossen Schrecken davonkommen.

Die Aufführung «Monster» im Stadtturm Baden: Zu sehen sind hier die Monster Chantal und Trump.

Die Aufführung «Monster» im Stadtturm Baden: Zu sehen sind hier die Monster Chantal und Trump.

In einer Zelle wird ein Schönheitsmonster für seine Taten bestraft. Falls man schöner als das Monster sein sollte, stehen zum eigenen Schutz Masken bereit. Ärzte werden gebeten, schnell zur nächsten Zelle vorzuschreiten.

Auch Politiker sollten sich bei der Führung zurückhalten. Es besteht die Gefahr, mit Trump in eine Zelle gesteckt zu werden, der für die Tötung von Menschen hinter Gittern sitzt. Wer den Monstern nicht im Turm begegnen möchte, kann dies aus sicherer Entfernung beim Monster Transport tun, der durch Badens Strassen führt. Schüler der Oberstufen von Baden und Wettingen haben sich diese Kreaturen ausgedacht und zum Leben erweckt.

Während des Festivals finden weitere Aufführungen von «Monster» und «Playground:Baden» statt.