Turgi

«The Voice of Germany»-Kandidatin: «Ich bin 100 Prozent bühnengeil»

Die 23-jährige Freschta Akbarzada will mit Musik durchstarten.

Freschta Akbarzada aus Turgi nimmt an der deutschen Gesangs-Castingshow «The Voice of Germany» teil. Am Sonntag wird sie in der zweiten Runde in den sogenannten «Battles» gegen ihre Konkurrenz antreten.

Im Fernsehen steht sie alleine auf der Bühne und nimmt sie komplett für sich ein. Sie singt Whitney Houstons «I look to you», und die vier Juroren von «The Voice of Germany» drehen sich auf ihren roten Sesseln um – so kürzlich auf Sat.1 zu sehen.

Auch in Baden drehen sich die Menschen um, wenn sie die 23-jährige Freschta Akbarzada sehen. Hier wird sie erkannt, weil sie kein TV-Neuling ist – es ist bereits ihre dritte Castingshow.

Am Sonntag wird die Turgemerin wieder auf den Bildschirmen zu sehen sein, denn dann gehen die sogenannten «Battles» los, in denen Akbarzada und weitere 18 bis 19 Talente pro Coach gegeneinander antreten. Dann wird um die Hälfte aussortiert. Im Interview erzählt sie, wie sie ihre Chancen einschätzt und ob sie, wie viele ihrer Kollegen, Influencerin werden will.

Sie waren schon in diversen TV-Shows. Sind Sie aufmerksamkeitsgeil?

Freschta Akbarzada: Um Gottes willen, nein! Ich würde sagen, ich bin zu 100 Prozent bühnengeil. Aber bei meinem ersten Mal, bei «The Voice of Switzerland» 2014, war ich sehr jung, und es war es eine ziemlich spontane Entscheidung. Und beim ESC-Casting 2017 wurde ich angefragt. Genauso habe ich aber auch vieles schon abgelehnt.

Auftritt von Freschta Akbarzada mit "Back to black" bei The Voice of Switzerland 2014

Auftritt von Freschta Akbarzada mit «Back to black» bei The Voice of Switzerland 2014

Zum Beispiel?

Ich hatte Angebote für ein Album oder Singles. Aber das war mir ein zu grosses Risiko. Mir war es wichtig, zuerst einen Schulabschluss zu haben. Jetzt weiss ich, dass es damals nicht der richtige Zeitpunkt gewesen wäre, ganz auf das Singen zu setzen.

Was ist jetzt anders?

Jetzt habe ich meine Ausbildung in der Tasche und auch die nötige Erfahrung. Ausserdem war mir schon immer bewusst, dass das Musik-Business hierzulande sehr klein ist.

Versuchen Sie es deshalb in Deutschland?

Ja. «The Voice of Germany» war schon immer mein Traum. Das ist eine Riesenkulisse. Ausserdem gefällt mir das Konzept. Es geht wirklich nur um die Stimme, das Aussehen ist im ersten Moment nicht wichtig – nicht so wie bei «Deutschland sucht den Superstar.»

Würden Sie dort nicht mitmachen?

Niemals. Das Niveau ist da sehr gesunken. Die Sänger von «DSDS» sind im Showbusiness aber präsenter als die von «The Voice». Ja, das kann sein. Aber ich bin nicht darauf aus, Influencer zu werden oder in den Medien präsent zu sein. Ich will singen.

Momentan hilft Ihnen dabei der deutsche Rapper Sido. War es von Anfang an klar, dass Sie ihn als Coach auswählen werden?

Ehrlich gesagt ja. Obwohl ich in der letzten Sekunde noch zweifelte. Aber danach war klar, dass er es wird. In der Schweiz war ich schliesslich bei Stress, auch einem Rapper.

Sind Sie Rap-Fan?

Klar. Ich bin damit aufgewachsen.

Trotzdem haben Sie sich beim Vorsingen aber für einen ganz anderen Musikstil entschieden. Damit haben Sie sich in die höchste Liga gewagt: Whitney Houston.

Ja. Es ist nicht ihr schwierigstes Lied, das muss man sagen. Aber ich verbinde damit viel, und ausserdem habe ich auch etwas von Freschta in das Lied gepackt.

Und es hat gut geklappt. Alle vier Juroren haben sich umgedreht.

Oh ja. Das war wirklich heftig, das hatte ich niemals erwartet. Ich konnte es kaum glauben, meine Mutter musste mich erst mal schütteln.

Sie ist sicher sehr stolz auf Sie.

Und wie. Meine ganze Familie und Freunde stehen hinter mir. Einige meiner Bekannten interessieren sich auch sehr für Sido. Alle fragen mich, wie er so ist.

Und wie ist er?

Er ist sehr gechillt. Es ist wirklich megacool, mit ihm zu arbeiten.

Wird Ihr Freund da nicht eifersüchtig?

Nein, überhaupt nicht. Wir sind mittlerweile seit fünf Jahren zusammen. Jetzt kommt eine ungewisse Zeit, aber wir schaffen das.

Sie haben das Influencer-Business erwähnt: Platzt Ihr Instagram-Postfach?

Nein. Ich habe zwar mehr Follower, aber das hält sich noch im Rahmen.

Es ist auch schwierig, Sie auf der Plattform zu finden. Ihr Name ist sehr kompliziert.
Ja, er kommt aus Afghanistan. Das ist übrigens sehr lustig, viele meiner Fans sind Afghanen und Schweiz-Perser.

Am Sonntag sehen wir Sie wieder im Fernsehen. Es geht in die «Battles». Werden Sie wieder eine Ballade singen?

Lasst euch überraschen. Aber so viel darf ich sagen, ich will auch anderes von mir zeigen. Ich suche auch das Risiko, dafür ist so eine Show schliesslich auch da.

Wenn Sie sich auf einer Skala von 1 bis 10 selbst benoten müssten, wie würde das aussehen?

Eine stabile 8. Es ist noch etwas Luft nach oben, ich muss Höhe in der Stimme gewinnen.

Mit einer 8 sollten Ihre Gewinnchancen nicht allzu schlecht stehen, oder?

Noch sind wir zu viele, um das zu beurteilen, aber ich werde mein Bestes geben. Jetzt geht es erst mal in die «Battles», darauf bin ich gespannt.

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