Petitio

Tempo 30 durch Wettingens alten Dorfkern gefordert

Die Anwohner der Märzengasse wollen die Verkehrssicherheit erhöhen.

Die Anwohner der Märzengasse wollen die Verkehrssicherheit erhöhen.

Eine Petition soll eine Geschwindigkeitsreduktion in der Wettinger Märzengasse ermöglichen - um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Lärmemissionen zu verringern.

Auf der Onlineplattform petitio.ch verlangt der Wettinger Bruno Hunziker in einer Petition, dass auf der Märzengasse Tempo 30 eingeführt wird. Nicht zuletzt wegen des Schleichverkehrs zwischen Ennetbaden und der Autobahn A1 via Schartenstrasse habe der Verkehr auf dieser Strasse, die mitten durch den alten Dorfkern führt, in den letzten Jahren massiv zugenommen. Das habe viele negative Auswirkungen auf die Quartierbewohner, schreibt Hunziker.

Am Donnerstag aufgeschaltet, fand die Petition innert kürzester Zeit über 260 Unterstützer – und hat damit das Ziel von mindestens 200 bereits erreicht. «Das ging erstaunlich schnell», sagt Hunziker. Dass das Anliegen aber auf offene Ohren stossen würde, das überrasche ihn nicht: «Viele Anwohner, darunter auch ich, bemängeln schon lange die Verkehrssicherheit an dieser Strasse. Sie ist vor allem für die Kinder aus dem Quartier gefährlich, welche die Märzengasse überqueren müssen, um zur Schule zu kommen.» Aber auch Velofahrer fühlten sich hier nicht sicher.

Unterstützt wird Bruno Hunziker vom Quartierverein Wettingen Dorf, dem Elternrat der Primarschule Dorf sowie auch von der lokalen Schulleitung. Mit Tempo 30 erhoffen sie sich, dass die Märzengasse ganz ihrem Namen entsprechend wieder zu einer «Gasse» wird, in der auch Schulkinder und Velofahrer ihren Platz finden.

Verschmälerung reicht nicht

Ein weiterer Wunsch ist, dass dadurch auch die Lärmemissionen halbiert würden. «Die zum Teil sehr lautstarken Beschleunigungen nach der Einfahrt in die Märzengasse sowie nach der neuerstellten Verengung würden mit Tempo 30 wegfallen», ist sich Hunziker sicher. Die Quartierstrasse wurde 2018 verschmälert – zur Verbesserung der Fussgängersicherheit. Da das nicht das gewünschte Ergebnis brachte, reichte die GLP-Fraktion 2019 eine Interpellation ein. Diese warf unter anderem die Frage auf, ob der Gemeinderat die Ansicht teile, dass die Märzengasse auch mit Tempo 30 die Funktion als «Hauptsammelstrasse» problemlos erfüllen könne. Sammelstrassen fassen in der Regel mehrere Erschliessungsstrassen zusammen und verbinden diese mit dem übergeordneten Strassennetz.

Auch wenn der Wettinger Gemeinderat in seiner Interpellationsantwort vom März den Wunsch nach Tempo 30 nachvollziehen kann, sei gemäss Verkehrskonzept der Gemeinde für das übergeordnete Verkehrsnetz keine Reduktion der generellen lnnerortsgeschwindigkeit vorgesehen. Diese «würde den Verkehr nicht verringern, sondern vermehrt in die Quartiere verlagern», schrieb der Gemeinderat. Die Strategie der Gemeinde sei viel mehr, sich aktiv in die übergeordneten regionalen Projekte einzubringen und die darin vorgesehenen Massnahmen zur Lenkung des regionalen Verkehrs auf das übergeordnete kantonale Strassennetz zu unterstützen.

Die Antworten waren für Bruno Hunziker und seine Mitstreiter nicht befriedigend. Es sei die Zeit gekommen, weiteren Druck zu machen: «So kann es einfach nicht mehr weiter­gehen», so Hunziker.

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