Süsse, aber sture wollige Vierbeiner

Tanja Schneider hat den Hof ihrer Eltern im Eichholz übernommen. Seither weiden in Bergdietikon fünf Alpakas.

Cynthia Mira
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Tanja Schneider hat sich fünf Alpakas angelacht. Luc fällt auf mit seiner witzigen Art.

Tanja Schneider hat sich fünf Alpakas angelacht. Luc fällt auf mit seiner witzigen Art.

Bilder: Cynthia Mira

Auf dem Bauernhof im Eichholz in Bergdietikon leben seit rund vier Monaten fünf Alpakas. Sie gesellten sich zu den Ziegen, Pferden und Kühen (Sömmerungsbetrieb), die auf dem langjährigen Familienbetrieb der Schneiders weiden. Die Tochter Tanja Schneider hat kürzlich den Betrieb von ihren Eltern Heinz und Beatrice übernommen und führt seit diesem Jahr den Hof gemeinsam mit ihrem Partner Patrick Bräm. «Ich wollte ein vielseitiges und spezielles Tier, welches nicht in erster Linie für die Fleischproduktion vorgesehen ist», sagt sie. Zudem würden sich Alpakas hervorragend zum Weiden von steilen Hängen eignen und als Lieferant für hochwertige Wolle dienen. «Sie lassen sich auch wunderbar in der tiergestützten Therapie einsetzen.»

Gesagt, getan. Seit Schneider und Bräm gemeinsam den Sachkundenachweis für Neuweltkameliden absolviert haben, kümmern sie sich um die wolligen Vierbeiner. Seither sorgt das Spazierengehen für Jö-Effekte. An der Leine führt Schneider gemeinsam mit interessierten Personen die Alpakas mit ihren erhobenen Häuptern durch Bergdietikon. Viele Spaziergänger, denen sie auf dem Weg begegnen, halten grinsend an und freuen sich über dieses nicht alltägliche Bild. Streicheleinheiten gewähren die fünf aber erst, wenn sie etwas Vertrauen zum Gegenüber haben. «Dank ihres ausgesprochen neugierigen Wesens nehmen sie jedes Detail in ihrer Umgebung wahr», sagt Schneider.

Charakterzug eines Alpakas lässt sich durchschauen

«Es sind so schöne Tiere, besonders ihre Kulleraugen mit den ellenlangen Wimpern», schwärmt Ursi Kohli. Sie begleitete die Truppe am vergangenen Sonntag. Ebenso Laura Andracchio: «Luc würde sich mit seiner Frisur bestens dazu eignen, um als Vorbild für die Kreation einer Comicfigur zu dienen», sagt sie. Die Ausdrücke und Frisuren der Langhälse bringen einen in der Tat zum Schmunzeln und verraten viel über den Charakterzug der einzelnen Tiere. Da ist etwa der lustige und freche Luc mit seinen verstrubbelten braunen Haaren und den X-Beinen. «Aber auch er schafft es über Hindernisse im Parcours», sagt Schneider und lacht. Mit seinen drei Jahren ist er der Jüngste der Bande. Zu dieser gehört auch das Model Carina. Sie weicht nie von der Seite der anderen Dame, Marcelina. Zudem mit dünnerem schwarzen Fell und gelassenem Blick der zehnjährige Carlos. Und Martino, der verträumte Weisse, der meistens das Schlusslicht der Gruppe bildet.

Alpakas seien sehr pflegeleichte Tiere, sagt Schneider. Sie fressen hauptsächlich Gras und Heu. Zur Ergänzung gibt es Mineralsalz und wenig Körnerfutter, welches aber mehr als Belohnung dient. Aufgrund ihres Verdauungssystems dürfe man Alpakas auf keinen Fall Gemüse, Obst oder hartes Brot verfüttern, dieses mache sie krank. «Sie kommen ja ursprünglich aus einer kargen Gegend in den südamerikanischen Anden.»

Nachwuchs ist für den Frühling oder Sommer 2021 geplant. Da Alpakas aber zwölf Monate tragen, muss sich das Männchen noch etwas gedulden, bis es Nachwuchs zeugen darf. Auch geschoren werden sie alle im Frühling. Andernfalls könnte es unter dem Fell einen Hitzestau geben, was im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres führt. «Die Tiere sind deshalb auf die Menschen angewiesen, die sie jährlich scheren», erklärt Schneider. Die Wolle möchte sie zu Garn, Filz und Bettdecken verarbeiten lassen. Viel werde es jedoch von fünf Tieren noch nicht geben. Aber jeder fange mal klein an.