Spreitenbach

Superspreading-Event in Tesla Bar: Infizierte waren zuvor im Ausland

Mitarbeiterin in einem Corona-Testzentrum.

Mitarbeiterin in einem Corona-Testzentrum.

Unter den Infizierten, die sich in der Spreitenbacher Tesla Bar aufgehalten haben, finden sich auch Personen, die kürzlich aus dem Ausland eingereist sind. Die Spur führt offenbar nach Serbien.

Jeder Fünfte steckte sich am Wochenende in der Tesla Bar in Spreitenbach mit dem Coronavirus an. Über 20 Personen wurden positiv getestet. Offenbar wurde der Erreger aus dem Ausland eingeschleppt, wie Kantonsärztin Yvonne Hummel gegenüber der AZ sagte. Sie spricht von einem Superspreader-Event. Wer am Anfang der Infektionskette steht, ist aber unklar.

«Bei über 20 infizierten Personen kann nicht bestimmt werden, von wem die Ansteckung ausging», sagt Hummel. Unter den Infizierten fänden sich auch Personen, die kürzlich aus dem Ausland in die Schweiz eingereist seien.

Gegenüber Tele M1 präzisiert sie: Die Spur führe in den Balkan. Auch «20 Minuten» berichtet, dass sich ein Infizierter zuvor in Belgrad, Serbien aufgehalten habe. Die Gratiszeitung beruft sich dabei auf eine anonyme Quelle. 

20 Personen nach Bar-Besuch in Spreitenbach mit Covid-19 infiziert (29.6.2020)

20 Personen nach Bar-Besuch in Spreitenbach mit Covid-19 infiziert (29. Juni)

In der Tesla-Bar in Spreitenbach haben sich 20 Personen mit dem Coronavirus infiziert. An einem Abend soll sich dort jeder fünfte Gast angesteckt haben. Dutzende Personen müssen sich nun in Quarantäne begeben. Die Kantonsärztin Yvonne Hummel kritisiert die schnellen Lockerungen.

Bis zu 20 Prozent der Fälle importiert

Es sind nicht die ersten Fälle, die aus dem Ausland eingeschleppt wurden. Wie Stefan Kuster, Leiter der Sektion Übertragbare Krankheiten beim BAG, am Montag an einem Point de Presse sagte, seien 15 bis 20 Prozent der Fälle importiert. Besonders oft aus Serbien, wie Kuster sagt. Die epidemiologische Lage dort sei nicht überschaubar.

Der Ansteckungsverlauf zwischen Zürich, Spreitenbach und Olten:

Die Experten sehen einen Zusammenhang zwischen dem Superspreader-Event in Spreitenbach und demjenigen im Zürcher Club Flamingo.

Die Kantone könnten im Kampf gegen das Coronavirus in Eigeninitiative strengere Vorschriften erlassen. Kantonsärztin Hummel sagte am Dienstag zur AZ, sie könne sich vorstellen, im Aargau eine Ausweispflicht einzuführen. Auch Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati sagt, die Ausweispflicht wäre durchaus eine Möglichkeit.

Soll man Clubs und Bars nach dem Fall Spreitenbach wieder schliessen?

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In der Tesla-Bar in Spreitenbach hatten sich 20 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Dutzende Personen müssen in Quarantäne. Soll man die Clubs und Bars nun nach drei Wochen bereits wieder schliessen?

(sam)

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