Baden
Strasse wurde lärmsaniert, doch den Anwohnern genügt diese Massnahme nicht

Seit Jahren kämpft der Quartierverein für eine Temporeduktion auf der äusseren Mellingerstrasse. Nun wurde die Strasse lärmsaniert, die Fahrzeuge verursachen dank leiserem Belag die Strasse weniger Lärm. Doch die Anwohner wollen mehr.

Pirmin Kramer
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Am Wochenende ist auf der viel befahrenen Strasse in Baden ein lärmarmer Belag eingebaut worden. ZVG

Am Wochenende ist auf der viel befahrenen Strasse in Baden ein lärmarmer Belag eingebaut worden. ZVG

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Die äussere Mellingerstrasse in Baden zählt zu den meistbefahrenen Strassen im Aargau: 25 000 Fahrzeuge passieren täglich den Abschnitt vom Badener Tor bis zum Schadenmühleplatz.

Weil die Strasse mitten durch das zweitgrösste Badener Wohnquartier «Meierhof» führt, gibt es regelmässig Lärmbeschwerden.

Am vergangenen Wochenende ist nun ein neuer Belag auf der Kantonsstrasse eingebaut worden, dank dem im Vergleich zum bisherigen Flickenteppich eine massive Lärmreduktion erwartet wird.

30 Kilometer pro Stunde

Dieses Tempolimit fordert der Quartierverein Meierhof für die äussere Mellingerstrasse, die zu den meistbefahrenen Strassen im Kanton zählt.

Lukas Frey, Co-Präsident des Quartiervereins Meierhof, sagt: «Die Vollsperrung der Mellingerstrasse während der Bauarbeiten hat uns zwei traumhaft ruhige Nächte beschert. Und die verblüffende Wirkung des lärmschluckenden Strassenbelages ist bereits gut festzustellen.»

Doch Frey befürchtet, dass der positive Effekt nicht allzu lange andauern wird. «Bei hohem Verkehrsaufkommen ist damit zu rechnen, dass die Poren im Belag nach drei bis vier Jahren wieder geschlossen sind und die Lärmdämmung dann nicht mehr funktioniert.»

Darum fordert der Quartierverein weitere Lösungen zur Lärmreduktion. «Das Lärmproblem könnte kostengünstig und langfristig gelöst werden, wenn Tempo 30 statt 50 gelten würde», sagt er.

Seit Jahren kämpft der Quartierverein für eine Temporeduktion auf der äusseren Mellingerstrasse, auch Stadtammann Geri Müller (team/Grüne) machte sich für Tempo 30 stark. Bisher trat der Regierungsrat aber noch nicht auf die Forderung ein.

Ursprünglich war geplant, direkt im Anschluss an die Sanierung der äusseren auch die innere Mellingerstrasse zu erneuern.

Dazu zählt neben der Erneuerung der SBB-Brücke der Bau des darunterliegenden Kreisels Burghalde.

Durch die Sanierung soll verhindert werden, dass Lastwagen bei der SBB-Brücke feststecken, wie dies heute regelmässig passiert.

Doch aufgrund von Einwendungen sei das Bauprojekt Schadenmühle derzeit blockiert, schreibt der Kanton, ohne über den Inhalt der Einsprachen Auskunft zu geben.

Gemäss Informationen der az geht es wieder um Verkehrslärm: Weil die Strasse nach Bau des Kreisels noch stärker ansteigen wird als bisher, befürchten Anwohner, dass Autofahrer künftig stärker aufs Gaspedal drücken müssen, um die Steigung zu bewältigen.

In den Einsprachen wird darum unter anderem gefordert, die erlaubte Maximalgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer zu senken.

Obschon die Sanierung des letzten Teils auf dem Weg von der Autobahn A1 ins Stadtzentrum somit noch nicht realisiert werden kann, wird am 11. August eine offizielle Feier stattfinden.

Der Abschluss der Bauarbeiten und die Inbetriebnahme der äusseren Mellingerstrasse seien ein Meilenstein für die Stadt Baden und das Departement Bau, Verkehr und Umwelt, heisst es in einer Mitteilung des Kantons.