Staatsanwaltschaft bestätigt

Strafanzeige gegen freigestellten Kantilehrer aus Wettingen – Kollege wusste offenbar Bescheid

Die Idylle trügt: Eine Entlassung an der Kanti Wettingen belastet die Schule.

Die Idylle trügt: Eine Entlassung an der Kanti Wettingen belastet die Schule.

Gegen den Kantonsschullehrer aus Wettingen, der Anfang April per sofort freigestellt wurde, ist eine Strafanzeige eingegangen. Die Staatsanwaltschaft bestätigt Recherchen von Tele M1 – der Rektor der Kanti Wettingen und die Sprecherin des Bildungsdepartements äussern sich nicht zu Details.

Anfang April wurde ein Lehrer an der Kantonsschule Wettingen per sofort freigestellt. Laut einem Eintrag im Intranet der Schule wegen «wiederholter unangemessener Kommunikation, die mit der Professionalität im Lehrberuf unvereinbar ist».   

Die genauen Vorwürfe gegen den Lehrer wurden auch später nicht publik, laut Informationen der AZ soll er mehrfach anzügliche Sprüche gegenüber Schülerinnen gemacht haben. Zudem soll der Lehrer gesehen worden sein, als er im öffentlichen Raum mit einer Schülerin intim war.

Schulleitung prüfte Strafanzeige

Kanti-Rektor Paul Zübli sagte damals, aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes – nicht nur des Lehrers, sondern auch der Betroffenen – könne er nicht auf die genaueren Gründe der Freistellung eingehen. Die Schulleitung prüfe aber, ob sie gegen den fehlbaren Lehrer eine Strafanzeige einreichen wolle, ergänzte er.

Laut Informationen von Tele M1 wurde der entlassene Lehrer inzwischen tatsächlich angezeigt. Fiona Strebel, Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft, bestätigt dies auf Anfrage: "Bei uns ist eine Strafanzeige eingegangen gegen den ehemaligen Lehrer der Kanti Wettingen, und die Staatsanwaltschaft Baden prüft nun, ob allenfalls ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegen könnte." Von wem die Anzeige eingereicht wurde und welche Vorwürfe gegen den Lehrer sie enthält, sagt Strebel nicht.

Affäre mit Schülerin: Strafanzeige gegen Kanti-Lehrer eingegangen

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Weil ein Lehrer der Kantonsschule Wettingen angeblich ein Verhältnis mit einer Schülerin hatte, wurde jetzt Strafanzeige gegen ihn erhoben.

Inhalt der Anzeige ist unklar

Hat die Wettinger Schulleitung die Anzeige eingereicht? Kanti-Rektor Zübli schreibt der AZ: "Ich kann zu den Umständen nicht weiter Stellung nehmen und werde das laufende Verfahren nicht kommentieren." Zübli verweist für allfällige Fragen zur Strafanzeige an Simone Strub, die  Leiterin Kommunikation beim kantonalen Bildungsdepartement.

Strub bestätigt, dass eine Strafanzeige gegen den betreffenden Kantonsschullehrer eingereicht wurde. "Die zuständige Schulleitung und das Departement Bildung, Kultur und Sport sind gemeinsam zum Schluss gekommen, dass sich die Staatsanwaltschaft um diesen Fall kümmern sollte, da es im Departement keine Stelle dafür gibt", hält Strub fest. Zum Inhalt der Anzeige und den konkreten Vorwürfen äussert sich die Sprecherin des Bildungsdepartements nicht.

Kollege wusste offenbar Bescheid

Laut Informationen der AZ soll in Wettingen ein zweiter Lehrer, der von den Verfehlungen gewusst habe, seinen Job verloren haben. Rektor Zübli sagt, beide Lehrer hätten das Kanti-Schultheater gemeinsam geleitet. Entlassen wurde der Kollege des freigestellten Mannes aber nicht. Der Vertrag des zweiten Lehrers läuft Ende Schuljahr aus und wird nicht verlängert. Zübli räumt auf Nachfrage ein, «dass uns die Lehrperson, deren Vertrag nicht verlängert wird, früher auf unstatthafte Vorgänge hätte hinweisen müssen».

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