Raser-Urteil

Stiftung Roadcross: «Mercedes-Einzug wäre starkes Zeichen gewesen»

Deutscher Raser verurteilt – Mercedes erhält er zurück

Deutscher Raser verurteilt – Mercedes erhält er zurück

Der deutsche Raser wurde vom Bezirksgericht Baden zu 16 Monaten bedingt verurteilt, weil er mit Tempo 215 auf der A1 in Spreitenbach geblitzt worden war. Seinen Mercedes erhält er dagegen zurück.

Die Verkehrssicherheitsstiftung Roadcross ist zufrieden mit dem Strafmass im Prozess zum deutschen Raser, der im August 2014 auf der A1 mit Tempo 215 geblitzt worden war. Dagegen bedauert sie, dass der Mercedes des Rasers nicht eingezogen wird.

Vor gut fünf Monaten raste ein 59-jähriger Deutscher mit seinem Mercedes mit 215 km/h über die A1 bei Spreitenbach. Dafür hat ihn das Bezirksgericht Baden zu 16 Monaten Haft bedingt und einer Busse von 2000 Franken verurteilt. Sein Auto erhält der Raser aber zurück.

Das Gericht wies den Antrag des Staatsanwalts ab, den Mercedes einzuziehen. Mit dem Tempoexzess habe der Mann skrupellos gehandelt, eine erneute Raserfahrt sei aber unwahrscheinlich, zumal er keinen Führerausweis habe, begründete das Gericht. Der Raser hatte seinen deutschen Führerschein abgegeben und der Polizei im Aargau einen abgelaufenen polnischen Ausweis gezeigt.

Stefan Krähenbühl, Kommunikationschef bei der Verkehrssicherheitsstiftung Roadcross, ist mit dem Urteil zufrieden. «Beim Strafmass ist das Gericht über das Minimum von 12 Monaten hinaus gegangen», sagt er. Es sei richtig, dass die Richter «auch bei einem Raser, der keinen Unfall verursacht hat, keine falsche Milde walten lassen». Krähenbühl ergänzt: «Wer mit 215 km/h über die Autobahn rast, gefährdet andere Verkehrsteilnehmer massiv.»

Dass das Auto des Täters nicht eingezogen wird, ist für Krähenbühl ein Wermutstropfen. «Dies wäre ein starkes Zeichen des Gerichts gegen Raser gewesen», sagt der Roadcross-Vertreter. Ob die Staatsanwaltschaft das Urteil weiterzieht, ist offen. Möglich, dass letztlich das Bundesgericht über den Einzug des Autos befindet. Im November 2013 entschieden die Lausanner Richter in einem ähnlichen Fall, dass der Porsche eines Rasers, der mit 145 km/h statt der erlaubten 60 km/h geblitzt wurde, eingezogen wird. Jener Lenker war jedoch, anders als der Raser von Spreitenbach, wegen Verkehrsdelikten vorbestraft.

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