Baden-Turgi
Steuerfuss, Schulen, Feuerwehr: Die Folgen einer Fusion

Was verändert sich durch einen Zusammenschluss von Baden und Turgi? Die Verantwortlichen informierten am Donnerstagabend im Internet. Eine klare Aussage machten sie zum Steuerfuss.

Pirmin Kramer
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In der Bezirksschule Turgi (vorne) würde nach einer Fusion weiter unterrichtet.

In der Bezirksschule Turgi (vorne) würde nach einer Fusion weiter unterrichtet.

Sandra Ardizzone (11. Januar 2021)

Am 13. Juni wird in Baden und Turgi an der Urne entschieden, ob ein Fusionsvertrag ausgearbeitet werden soll. Bei einem Ja kommt es 2023 zur entscheidenden Abstimmung. Sieben Arbeitsgruppen haben sich mit der Frage befasst, was sich für Turgi und Baden ändern würde. Am Donnerstagabend präsentierten die Projektverantwortlichen an einer Informationsveranstaltung im Internet erste Ergebnisse und Vorschläge.

Mit die wichtigste Nachricht, auch wenn banal und so zu erwarten: Die Stadt wird auch nach der Fusion so heissen wie jetzt, Baden also; Turgi wird derweil zu einem Stadtteil oder Quartier und beispielsweise Rütihof oder Dättwil gleichgestellt. Die Postleitzahl und die Strassennamen Turgis bleiben bestehen. Die Gleichstellung mit den anderen Quartieren ist insofern von Bedeutung, als dass Turgi keinen eigenen Wahlkreis bilden soll, so der aktuelle Vorschlag; bei Einwohnerratswahlen also hätte Turgi nicht automatisch Sitze im Parlament auf sicher, so wie das auch Rütihof und Dättwil nicht haben, die beide seit 1962 zur Stadt Baden gehören. Standort der Verwaltung soll in Baden sein, die Online-Angebote werden gleichzeitig vergrössert, so die Idee.

Steuerfuss von Baden bleibt bei 92 Prozent

Deutlich nahmen Badens Stadtammann Markus Schneider (CVP) und Turgis Gemeindeammann Adrian Schoop (FDP) zum künftigen Steuerfuss der Stadt Baden Stellung. Dieser kann und soll nach einer Fusion bei unverändert 92 Prozent belassen werden. Der Steuerfuss für die Bevölkerung von Turgi würde folglich von aktuell 113 Prozent auf 92 Prozent sinken. Die Senkung des Steuerfusses erhöhe die Attraktivität Turgis und steigere das Potenzial, neue Firmen anzulocken, sagte Stadtammann Markus Schneider.

Wichtige Nachricht für Turgi: Der Bezirksschulstandort würde auch bei einer Fusion bestehen bleiben. Und dies, obschon in Baden im Sommer das neue Oberstufenzentrum Burghalde eröffnen wird. Geprüft wird gar, ob Turgi ebenfalls zu einem Oberstufenstandort werden soll, in dem neben Bez- künftig auch die Sek- und Realstufe unterrichtet wird.

Ein emotionales Thema vor vielen Fusionsabstimmungen: Die Zukunft der Feuerwehr. Vertieft geprüft wird die Option einer «Feuerwehr Baden-Turgi-Gebenstorf». Dies wäre wohl die beste Variante, um innert zehn Minuten jeden Standort erreichen zu können, heisst es. Die ehemaligen Ortsbürgerinnen und Ortsbürger von Turgi würden im Falle einer Fusion formlos – also ohne dass sie einen einen Antrag stellen müssen – in die Ortsbürgergemeinde Baden aufgenommen, heisst es weiter.
Rund 600 Personen verfolgten den Informationsanlass im Internet, fast 100 Fragen waren im Vorfeld eingereicht worden.