Wettingen

Stellenausschreibung sorgt für Erstaunen: «Der Einwohnerrat hat keine solche bewilligt»

Michaela Huser, SVP: «Auch während der Ausarbeitung des Budgets war die Stellenerhöhung kein Thema.»

Michaela Huser, SVP: «Auch während der Ausarbeitung des Budgets war die Stellenerhöhung kein Thema.»

Die SVP will Klarheit über ein Stellenangebot der Gemeinde. Dem Parlament sei kein Antrag vorgelegt worden, moniert sie.

Die Gemeinde Wettingen sucht per 1. April oder nach Vereinbarung eine Personalfachfrau oder einen Personalfachmann im 50-Prozent-Pensum. Die Stelle ist bis Ende Jahr befristet – mit Option auf Verlängerung.

Als die Fraktion SVP das Job-Inserat auf der Website der Gemeinde entdeckte, war das Erstaunen gross. Deshalb hat sie eine Interpellation eingereicht. «Die 50-Prozent-Stelle ist im Budget 2019 weder im Stellenplan noch in einer Kostenstelle vorgesehen. Demzufolge hat der Einwohnerrat keine solche Stelle bewilligt», begründet die Fraktion ihren Vorstoss. Gemäss Artikel 19 der Gemeindeordnung sei der Einwohnerrat für die Beschlussfassung über den Stellenplan der Gemeindeverwaltung zuständig, schreibt sie weiter. Doch: «Ein Antrag für eine Stellenerhöhung oder eine Schaffung einer neuen Stelle wurde dem Einwohnerrat nicht vorgelegt», präzisiert Fraktionspräsidentin Michaela Huser auf Anfrage. Auch während der Ausarbeitung des Budgets sei die Stellenerhöhung kein Thema gewesen.

Nun fordert die SVP, dass der Gemeinderat diesbezüglich Klarheit schafft. In ihrer Interpellation stellt sich die Partei unter anderem die Frage, weshalb eine neue Stelle in der Personalabteilung eingeführt werden soll, welche zusätzlichen Dienstleistungen durch die Schaffung erbracht werden und mit welchen Kosten der Gemeinderat insgesamt rechnet. Auch soll aufgezeigt werden, über welchen Budgetposten beziehungsweise über welche Kostenstelle die Stelle finanziert wird. «Nicht zuletzt fragen wir uns, weshalb kein Antrag wie damals zur Sanierung der sozialen Dienste gestellt wurde», so Huser.

Zur Erinnerung: Im Herbst 2017 hatte der Gemeinderat dem Einwohnerrat zusätzliche Stellenprozente für die sozialen Dienste beantragt. Dies, weil in der Abteilung unter anderem Personalmangel herrschte und die Mitarbeiter zu wenig Zeit hatten, die einzelnen Fälle zu bearbeiten. Der Einwohnerrat hiess den Antrag gut, der Bestand der sozialen Dienste wurde per Oktober 2017 um 4,95 Stellen von 12,4 auf neu 17,35 erhöht.

Auf den Vorstoss der SVP angesprochen, sagt Gemeindeammann und Ressortvorsteher Personal Roland Kuster (CVP), dass man diesen zur Kenntnis genommen habe. Jedoch werde man zur Interpellation derzeit noch keine Stellungnahme abgeben. Auch nicht auf die Frage, weshalb die Stelle nicht mit dem Budget 2019 beantragt wurde. «Es ist nicht so, dass wir uns nicht dazu äussern wollen, sondern sie wird nach dem üblichen Verfahren bei Interpellationen bearbeitet und dann schriftlich beantwortet», so Kuster. Mit einer Antwort könne in den nächsten Wochen gerechnet werden.

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Autorin

Carla Stampfli

Carla Stampfli

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