ABB Turbo Systems AG

Stellenabbau der ABB: Aargau verliert unter dem Strich 40 Stellen

Das Werk der ABB Turbo Systems in Baden.

Das Werk der ABB Turbo Systems in Baden.

Die ABB Turbo Systems AG baut wegen der anhaltenden Krise in der Schweiz 145 Stellen ab. Aus dem Kanton Solothurn werden 59 Stellen nach Baden und Klingnau verlagert. Aber auch der Aargau muss bluten.

Seit einiger Zeit gab es Gerüchte, dass die ABB-Tochter Turbo Systems AG, die unter anderem grosse Schiffsmotoren herstellt, Stellen abbauen muss (die AZ berichtete). Nun ist es offiziell: ABB Turbo Systems AG baut wegen der Krise im Schiffsbereich in der Schweiz 145 Stellen ab, wie das Unternehmen am Dienstagnachmittag meldete. Das Werk in Deitingen im Kanton Solothurn mit 105 Arbeitsplätzen wird Mitte nächsten Jahres geschlossen.

Auch der Aargau muss bluten: Im Werk Baden gehen 79 Stellen verloren, im Werk Klingnau 20 Stellen. Gleichzeitig verlagert ABB aber 59 Arbeitsplätze vom Kanton Solothurn an die beiden Standorte im Aargau. Damit resultiert im Aargau unter dem Strich ein Abbau von 40 Stellen, wie ABB-Sprecher Lukas Inderfurth auf Anfrage der Aargauer Zeitung sagte.

Laut Inderfurth waren Überlegungen zur Wettbewerbsfähigkeit ausschlaggebend, sich auf die beiden Werke im Aargau zu konzentrieren. Für Baden habe man sich entschieden, weil dies der Hauptsitz von ABB Turbo Systems sei und hier zentrale Funktionen wie Forschung und Entwicklung konzentriert seien. In Klingnau wiederum befinde sich das modernste Werk des Unternehmens, das erst 2009 eröffnet worden sei. «Zudem sind Baden und Klingnau nahe beieinander, was Synergien gibt», sagt Inderfurth. Deshalb habe man sich für die Schliessung des Werks in Deitingen entschieden.

Sozialplan greift ab 2014

Für die vom Abbau betroffenen Mitarbeitenden besteht ein Sozialplan, wie ABB mitteilte. Die Massnahmen sollen bis Mitte 2014 schrittweise umgesetzt werden. Die Krise im Schiffsbereich hatte laut der ABB-Mitteilung letztes einen massiven Bestellungsrückgang zur Folge. ABB Turbo Systems AG habe auf diese Entwicklung vorerst mit dem Abbau von Überstunden und Ferienguthaben, dem Transfer von Mitarbeitenden innerhalb von ABB Schweiz sowie der Rückverlagerung von auswärts gefertigten Komponenten reagiert.

Eine Analyse der Geschäftsaussichten habe jedoch gezeigt, dass die bisher getroffenen Massnahmen nicht ausreichen, um die Kapazitäten dem mittelfristig zu erwartenden Auftragsvolumen anzupassen. Mit der frühzeitigen Information der Mitarbeitenden soll diesen ermöglicht werden, genügend Zeit für die Stellensuche zu bekommen.

Die ABB Turbo Systems AG ist laut eigenen Angaben Weltmarktführer für die Aufladung von Diesel- und Gasmotoren mittels Abgasturboladern im Leistungsbereich oberhalb von 500 Kilowatt. Rund 200’000 ABB-Turbolader sind weltweit auf Schiffen, in Kraftwerken, auf Lokomotiven sowie grossen Baustellen- und Minenfahrzeugen im Einsatz.

Meistgesehen

Artboard 1