In den letzten Jahren kannte die Bevölkerung von Niederrohrdorf nur eine Richtung: nach oben. So stieg die Zahl zwischen 2008 und 2018 um über 25 Prozent auf insgesamt 4116 Einwohnerinnen und Einwohner. Auch im letzten Jahr verzeichnete die Gemeinde am Rohrdorferberg einen Zuwachs um rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Natur- und gleichzeitig stadtnah, ein neues Oberstufenzentrum, die Zugstation Mellingen-Heitersberg in der Nähe sowie Einkaufsmöglichkeiten sind wohl einige der Gründe, weshalb Niederrohrdorf als Wohngemeinde gewählt wird.

Das Wachstum wird in Zukunft weiter anhalten. Verschiedene Bauprojekte stehen an, beispielsweise die Überbauung an der Loorenstrasse. Gestern fand der Spatenstich statt. Geplant ist Folgendes: Auf der Mülimatte am Mülibach entsteht eine Siedlung mit drei Mehrfamilienhäusern, 28 Wohnungen und einer zentralen Tiefgarage. Letztere zählt mindestens 38 Einstellplätze. Die Überbauung wird aufgrund ihrer Formgebung im Volksmund «Schiff» genannt, wie Daniel Zehnder vom Niederrohrdorfer Architekturbüro Zehnder Bauexperten sagt. Die Wohnungen verfügen über dreieinhalb, viereinhalb und fünfeinhalb Zimmer und sind ausschliesslich zum Verkauf gedacht. «Bereits sind elf Wohnungen reserviert, das Interesse ist sehr rege», so Zehnder.

Was die Wärmeversorgung betrifft, wird die Siedlung an den Wärmeverbund der AEW AG auf dem Egro-Areal angeschlossen, welcher vorwiegend mit Holzschnitzel aus der Region betrieben und in den nächsten Jahren für rund 4,3 Millionen Franken ausgebaut wird. Der Bezug des «Schiffs» ist per September 2020 vorgesehen.

Entwicklungen im Auge behalten

Eine andere Überbauung, die weitere Einwohner nach Niederrohrdorf locken wird, ist auf dem ehemaligen Kuhn-Areal an der Alten Bremgartenstrasse geplant. Bis vor kurzem lag das Baugesuch auf. Entstehen sollen sechs Mehrfamilienhäuser mit 88 Wohnungen und einer Tiefgarage. Ein öffentliches Wegenetz mit Begegnungszonen, Sitzgelegenheiten und Sitzplätzen führt durch die Siedlung und steht allen Nutzern zur Verfügung. Geht alles nach Plan, sollen die Bauarbeiten auf einer der letzten grossen Flächen der Gemeinde im Frühherbst starten. Der Bezug der Miet- und Eigentumswohnungen ist in rund zwei Jahren geplant.

Wie Gemeinderat und Ressortvorsteher Hochbau, Patrik Hitz (parteilos), im Rahmen des Baugesuchs an der Alten Bremgartenstrasse sagte, werde man aufgrund neuer Zuzüge nicht überrumpelt sein. «Wir sind in den letzten Jahren stark gewachsen und konnten dem ebenfalls gerechtwerden.» Jedoch gelte es, die Entwicklungen in Bezug auf Bevölkerungswachstum, Verkehr und Infrastruktur im Auge zu behalten. Dies um, wenn nötig, Massnahmen unter anderem bezüglich Schulraum und ausserschulischer Betreuung wie auch dem öffentlichen Raum in die Wege zu leiten.