Region Baden/Zurzibiet

So vielfältig sind die Bauernhöfe der Region

Viel Publikum am Anlass «Vo Buur zu Buur»: Fünf Bauern von Döttingen bis Ehrendingen haben ihren Arbeitsalltag der Öffentlichkeit vorgestellt.

Noch hängt der Hochnebel über dem Weinhof der Familie Nyffenegger in Döttingen. Während die Kinder kräftig in die Pedalen der Spielzeugtraktore treten und über den Hofplatz fahren, probieren die Eltern Imkerwürste mit Honig oder Winzerwürst mit Weisswein.

Andere kommen gerade von einer Führung durch den Rebberg zurück. Wie ein Vater aus Ehrendingen: «Die Vielfalt, die hier und auf den anderen Höfen gezeigt wird, ist beeindruckend», sagt er. Zum dritten Mal führte gestern der Bauenverband Aargau den Anlass «Vo Buur zu Buur» durch. Fünf Höfe aus den Regionen Baden und Zurzibiet öffneten ihre Türen. Das Ziel: mit zahlreichen Führungen, Infoständen und Degustation die Bevölkerung für die Anliegen und die alltäglichen Aufgaben der Landwirte zu sensibilisieren.

«Wir wollen heute Fragen der Bevölkerung beantworten», sagt David Nyffenegger, der am vergangenen Freitag zum ersten Mal Vater wurde. Er und Nicole Hofer bauen Reben an, verkaufen den Wein direkt ab Hof, betreiben Ackerbau sowie Mutterkuhhaltung und vermieten einen Eventraum für Vereinsausflüge und Familienfeiern.

Die Besucher erhalten aber nicht nur Einblick ihn ihre Arbeit: Corinne und Christoph Villiger von der Bio-Imkerei Villiger aus Döttingen brachten einen Schaukasten mit einer Brutwabe und Bienen mit. Neben Honig produzieren sie auch Lippenpomade oder Handcrème. «Das hier ist eine Tinktur», sagt Corinne Villiger und zeigt auf ein kleines Fläschchen. «Darin enthalten ist Propolis. Ein natürliches Antibiotika, das man beispielsweise auf Wunden auftragen kann.»

Auf dem zweiten Döttinger Hof, dem Sunnehof der Familie Zimmermann, sehen die Besucher aus nächster Nähe, woher die Kartoffeln für die Zweifel-Chips kommen. Der Hof baut auch Feldgemüse sowie Reben an und betreibt Milchwirtschaft.

Gegen Mittag drückt weiter talaufwärts die Sonne durch. Pünktlich zum Schaumosten auf dem Früchtehof der Familie Keller in Endingen. Innerhalb von 15 Minuten verarbeitet das «Mostlaube»-Team sechs Harassen Äpfel zu süssem Most. Unter den vielen Schaulustigen ist auch Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth. «Es ist schön, mit wie viel Herzblut die Landwirte diesen Tag organisieren», sagt er begeistert.

Dass so viele Besucher da sind, freut Landwirtin Ursula Keller. «Und das erst noch mit dem Velo», sagt sie und zeigt auf den vollen Veloparkplatz.

Auf dem Loohof auf der anderen Seite des Tals zeigt die Familie Hauenstein-Hess den Besuchern unter anderem ihre Mutterkühe, Schweine, Freilandtruten und -hühner, Weidegänse und Damhirsche. Auch auf dem auf Ackerbau spezialisierten Eichhof der Familie Grosswiler in Ehrendingen gibt es viele Tiere zu entdecken. Oder alte Fahrzeuge: Zwei Buben sind vom 91-jährigen John-Deere-Traktor begeistert.

«Meinen Töchtern gefiel, wie der Tierartzt ein Kalb untersuchte», sagt eine Mutter. Das sei Teil des Alltags, erklärt Landwirt Josef Grosswiler. «Wie auch die Zusammenarbeit mit den Jägern und ihren Drohnen.» Wie das funktioniert, zeigen die Jäger gleich vor Ort.

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