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So viel ihres Vermögens geht für die Pflege drauf

Was passiert nach dem Tod eines Heimbewohners? Das Badener Tagblatt beantwortet 7 Fragen zum Thema. (Symbolbild)

Was passiert nach dem Tod eines Heimbewohners? Das Badener Tagblatt beantwortet 7 Fragen zum Thema. (Symbolbild)

Wer kommt für Pflegekosten auf? Können Angehörige zur Kasse gebeten werden und was passiert nach dem Tod eines Heimbewohners? Das Badener Tagblatt beantwortet sieben Fragen zum Thema.

1 Wer kommt für die Kosten in einem Pflegeheim auf?

Heimbewohner müssen ihre Pflegekosten in erster Linie mit ihrem Einkommen berappen, wobei auch die Krankenkassen Beiträge ausrichten. Zum Einkommen gehören AHV- und Pensionskassenrente und allenfalls Hilfslosenentschädigung. Von Rentnern wird erwartet, dass sie auch einen Teil der Ersparnisse für die Heimfinanzierung aufwenden, bevor sie Anspruch auf Ergänzungsleistung stellen können.

2 Wie viel vom Ersparten muss für die Pflegekosten herhalten?

Gemäss Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) gelten in der Schweiz folgende Vermögensfreibeträge: Bei alleinstehenden Personen 37 500, bei Ehepaaren 60 000 Franken. Der Freibetrag wird vom vorhandenen Reinvermögen abgezogen. Vom verbleibenden Vermögen wird ein gewisser Prozentsatz als Einnahmen angerechnet – der sogenannte Vermögensverzehr.

3 Wie hoch ist dieser Prozentsatz?

Dieser beträgt bei Altersrentnern 10 Prozent. Beispiel: Hat ein Rentnerehepaar ein Vermögen von 80 000 Franken, wird der Freibetrag von
60 000 Franken abgezogen. Der Vermögensverzehr von den verbleibenden 20 000 Franken beträgt 2000 Franken pro Jahr (10 Prozent).

4 Können die Kantone den Prozentsatz beliebig festsetzen?

Für in Heimen lebende Personen können die Kantone den Vermögensverzehr auf höchstens 20 Prozent erhöhen. Davon hat der Kanton Aargau im Gegensatz zu 22 anderen Kantonen bisher keinen Gebrauch gemacht. Am 8. März wird im Aargau jedoch über das «Gesetz über die Umsetzung der Leistungsanalyse vom 25. November 2014» abgestimmt. Eine geplante Massnahme dieser Leistungsanalyse ist die Erhöhung des Vermögensverzehrs bei Altersrentnern in Heimen von 10 auf 20 Prozent.

5 Immer wieder versuchen Personen, bei denen sich Pflege abzeichnet, Vermögen per Schenkung oder Gütertrennung vor dem Zugriff zu retten. Was gilt?

Vermögen, das verschenkt oder auf das verzichtet wurde, wird dem Vermögen angerechnet. Der Vermögensverzicht ist unverändert auf den 1. Januar des Jahres, das auf den Verzicht folgt, zu übertragen. Die Amortisation um
10 000 Franken ist erstmals per 1. Januar des zweiten Jahres nach dem Verzicht möglich. Beispiel: Verschenkt jemand im Jahr 2005 total 500 000 Franken, kann er ab dem 1. Januar 2007 jährlich 10 000 Franken amortisieren. 2015 würde ihm dann noch ein Vermögensverzicht von 410 000 Franken angerechnet.

6 Können Angehörige verpflichtet werden, für Pflegekosten zum Beispiel ihrer Eltern aufzukommen?

Laut den kantonalen Verwandtenunterstützungsrichtlinien können Gemeinden, die einer Person Sozialhilfe ausrichten, unter bestimmten Voraussetzungen auf deren Angehörige zurückgreifen. Dies geschieht aber nur höchst selten, weil nur noch wenige Verwandte die finanziellen Voraussetzungen erfüllen, damit sie überhaupt Beiträge leisten müssen.»

7 Nach dem Ableben: Müssen Erben offene Rechnungen begleichen?

Wird das Erbe angenommen, müssen auch die Schulden beglichen werden. Wird das Erbe ausgeschlagen, können die Erben nicht mehr belangt werden.

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