Region Baden

Skilager sind beliebt wie seit Jahren nicht mehr: «Vermutlich gibt es finanzielle Gründe»

Viele Schneesportlager von Schulen im Bezirk Baden sind ausgebucht. Keystone

Viele Schneesportlager von Schulen im Bezirk Baden sind ausgebucht. Keystone

Schulen bieten zusätzliche Lager an und mieten Häuser dazu – Organisatoren berichten von rekordhohen Teilnehmerzahlen

Andres Greter, Sportkoordinator der Stadt Baden, organisiert das Skilager für die Primarschüler. Nächste Woche reisen die Schülerinnen und Schüler in die Berge. «Das Interesse ist dieses Jahr so gross, dass wir nicht Platz für alle haben und einzelnen Kindern leider eine Absage erteilen mussten», sagt Greter. 61 Primarschülerinnen und -schüler reisen auf die Mörlialp im Kanton Obwalden. «Mehr Platz hat es im Ferienhaus leider nicht», so Greter. Die Zahl der Lager-Teilnehmer sei in den vergangenen vier Jahren stetig und konstant angestiegen. Auch an der Bezirksschule Baden sei der Ansturm auf das Wintersportlager dieses Jahr sehr gross, weswegen diesen Winter ein zusätzliches, drittes Lager angeboten werde. «Ich vermute, es gibt finanzielle Gründe für den Boom. Skiferien können sich nicht mehr so viele Leute leisten, die Kosten für die Miete einer Ferienwohnung steigen tendenziell, während die Preise für eine Skilagerwoche bei uns in den vergangenen Jahren konstant bei 320 Franken lagen», sagt Greter.

Obersiggenthal: Teilnehmerrekord

Einen Allzeitrekord an Teilnehmern vermeldet Obersiggenthal. Für die fünf Schneesportlager haben sich diesen Winter 242 Schülerinnen und Schüler angemeldet. «Die Lagerhäuser sind randvoll», schreiben Andreas Baumgartner, Leiter Schneesportlager, und Gesamtschulleiter Bruno Glettig in einer Mitteilung. Die Lager, je eines von der fünften bis zur neunten Klasse, konnten zwar auch in den vergangenen Jahren durchgeführt werden, doch hätten die Anmeldezahlen seit 2015 wieder deutlich zugenommen.

Zwei zusätzliche Ferienwohnungen und zwei weitere Zimmer musste die Kreisschule Surbtal mieten, um alle Kinder und Jugendlichen unterzubringen. «Beide Schneesportlager sind total ausgebucht», sagt Thomas Uhlig. Vor knapp 30 Jahren gab es für jeden der vier Bez-Jahrgänge in Endingen ein eigenes Lager. «Später verloren die Schneesportlager stark an Attraktivität, damals waren zwei Lager schon fast zu viel. Seit einigen Jahren beobachten wir auch an unserer Schule die Tendenz, dass wieder mehr Schüler mitkommen möchten.» Über die Gründe kann er nur rätseln: «Wir versuchen seit Jahr und Tag, attraktive Schneesportlager anzubieten.»

Skifahrer wieder in Mehrheit

Samuel Schölly, Gesamtschulleiter in Ehrendingen, sagt: «Vor einigen Jahren hatten wir Mühe, überhaupt ein Lager durchführen zu können. Inzwischen sind die Skilager bei den Kindern wieder sehr beliebt. Wir können die Lagerhäuser locker füllen.» Rund 50 Primarschüler werden einige Tage in Wangs/Pizol verbringen. «Warum die Lager plötzlich wieder beliebt sind? Vielleicht spricht sich unter den Kindern herum, dass die Lager Spass machen, und statt mit den Eltern gehen sie lieber mit den Kollegen Skifahren oder Snowboarden», mutmasst Schölly. Die Mehrzahl der Ehrendinger Schülerinnen und Schüler wird auf Ski unterwegs sein. «Der Snowboard-Boom hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen.» Das beobachtet auch der Badener Sportkoordinator Andres Greter: Skifahrerinnen und Skifahrer unter den Schülern machten wieder die Mehrheit aus, die Zahl der Snowboarder sinke stetig. 46 Skifahrer und 15 Snowboarder reisen dieses Jahr ins Badener Primarschullager.

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