«Es passiert mir oft, dass ich denke: Jetzt sollte etwas passieren!... und dann passiert nichts, passiert Ihnen das auch?» Mit dieser nachdenklichen Aussage eröffnet Simon Libsig die Uraufführung eines neuen Bühnenstückes namens «Café-Sätze» – Geschichten vom Nebentisch. Das Badener Tanztheater und der Poetry Slammer haben zusammen eine Verschmelzung von Tanz und Wort kreiert, die am 26. Januar erstmals im Theater im Kornhaus Baden (ThiK) aufgeführt wird.

Die Geschichte handelt von zufälligen Begegnungen in einem Nachtcafé. Hauptfigur im Stück ist ein gebrochener, unzufriedener und orientierungsloser Mann. Es stellt sich heraus, dass auch die Menschen am Nebentisch mit sich zu kämpfen haben. Gemeinsam finden der Protagonist und die anderen Besucher im Verlaufe des Abends wieder zu sich selbst.

Die Idee zur Zusammenarbeit hatte Christina Szegedi, welche die Badener Tanzgruppe leitet. «Als ich letztes Jahr zur Serie ‹Royal Slam – Wettstreit der Künste› eingeladen war, zeigte ich dem Publikum eine Solo-Choreografie. Bevor diese begann, hatte Simon Libsig eine seiner Geschichten erzählt. In diesem Moment dachte ich, dass es spannend wäre, Tanz und Poetry Slam zusammenzubringen.»

So kam es dazu, dass die Tänzerin ihren langjährigen Freund und Poetry Slammer Simon Libsig anfragte, ob er Lust auf ein gemeinsames Projekt hätte. Dass aus ihrer «kleinen» Idee solch ein grosses, intensives Vorhaben entstehen würde, hatte sie zum damaligen Zeitpunkt nicht vermutet. «Wir trafen uns regelmässig im Café Himmel in Baden. Das Bewegungsmaterial und die Texte wurden voneinander inspiriert und beeinflusst. Die geschriebenen Zeilen und die Choreografie wurden so über mehrere Monate hinweg zusammen erarbeitet, bis die Geschichte fertig geschrieben war.»

Für den Poeten aus Baden war die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern eine Premiere. «Es war neu, nicht alles in der Hand zu haben. Aber Tanz so intensiv erleben zu dürfen, war wirklich super schön», so Libsig. Kritisch und witzig zugleich, sollen dem Zuschauer während 70 Minuten Situationen des täglichen Daseins vor Augen geführt werden. Das Publikum darf also mit viel Tiefgründigkeit, einem ernsten Thema und beeindruckenden Tänzen rechnen.

Die Herausforderung hat sich auf alle Fälle gelohnt. Die Tickets für die drei Aufführungen in Baden waren schnell vergriffen. Für jene, die keine der begehrten Karten mehr kaufen konnten, gibt es am Sonntag, dem 28. Januar, eine Zusatzaufführung. Ausserdem tritt die Gruppe noch in St. Gallen, Frauenfeld und Steinhausen auf.