Baden
Seven gibt Konzert in Baden: «Die Stadt war Wegbereiterin für meine Karriere»

Vor ungewöhnlich kleiner Kulisse hat Soulstar Seven ein Konzert im Club Joy gegeben. Der Mann, der schon das Hallenstadion gefüllt hat, schätzte den persönlichen und intimen Rahmen im Klublokal des Grand Casino Baden.

Ursula Burgherr
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Seven kam mit einer Kleinformation seiner Band nach Baden (ub)
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Viele weibliche Verehrerinnen im Publikum von Seven (ub)
Stimmungsvolles Ambiente - Popstar Seven im Joy (ub)
Gab alles - Seven im Club Joy Baden (ub)
Seven tritt im Club Joy in Baden auf
Seven fühlte sich offensichtlich wohl im Club Joy Baden (ub)

Seven kam mit einer Kleinformation seiner Band nach Baden (ub)

Ursula Burgherr

Der Club Joy ist die neue Showbühne des Grand Casino Baden und soll den Betrieb nicht nur als Spielbank, sondern auch als Ort für kulturelle Events positionieren. Mit Stars wie Hot Chocolate, Earth Wind & Fire und an diesem Wochenende eben mit Seven will man schweizweit auch im Unterhaltungsbereich Signalwirkung haben.

Um «grosse Fische» an Land zu ziehen, wird deshalb auch schon mal tiefer in die Tasche gegriffen. «Aber Seven ist jeden Franken wert», freute sich Beat Lehmann, Leiter Marketing. Der Künstler selber fühlte sich wohl in der Casino-Atmosphäre. Ausserordentlich war für ihn, vor lediglich 250 Zuschauern ein Konzert zu geben. «In diesem kleinen Rahmen habe ich in meinem Heimatkanton lange nicht mehr gesungen», meinte der gebürtige Wohlener.

Liebeserklärung an Frau und Sohn

Seven füllte schon am Jazz Festival Montreux, im Hallenstadion Zürich, im KKL Luzern und bei der AVO Session Basel die Häuser. «Wenn sich Sänger und Publikum so nahe wie hier im ‹Joy› sind, spürt man jede einzelne Person und auch kleine Gesten zählen. Jubelt ein Zuschauer, kann er die ganze Menge mitreissen.» Um diese intime Atmosphäre zu unterstreichen, starteten Seven und fünf Musiker seiner sonst zehnköpfigen Band mit einer Ballade und völlig heruntergedimmten Licht.

Nach der «Aufwärmphase» gab er dann Schlag auf Schlag seine Hits im bewährt funkig-souligen Stil zum Besten. «Walking with you» (Liebeserklärung an seine Frau Zahra), «The Art is King» (Kampfansage für die Wichtigkeit der Kunst) oder «Father» (seinem kleinen Sohn gewidmet). Jedes Lied war wieder anders gewürzt, sei es mit einer Prise Rhythm and Blues, Reggae, Elektrosound oder Pop. «Funk und Soul sind für mich wie Vater und Mutter», erklärte Seven. «Das ist eine Liebe fürs Leben. Aber ich muss immer wieder etwas Neues hinzufügen, sonst wird mir langweilig.»

Auf seiner neuen CD «The Art is Piano» (erscheint im Oktober) singt Seven nur mit Klavierbegleitung. Dass der 34-Jährige oft als «die Soulstimme der Schweiz» bezeichnet wird, hat gute Gründe. Samtweich kann er sie klingen lassen bei langsamen Nummern, funkig und treibend bei Uptempo-Songs. Den Wechsel von den tieferen Lagen zum hohen Falsett beherrscht er meisterlich. Diese Bandbreite kam beim Konzert im «Joy» etwas zu wenig zum Tragen. Vor allem, wenn alle Musiker im Einsatz waren, wurde der Sound im relativ kleinen Konzertlokal fast zu bombastisch für Seven’s nuancenreichen Gesang. Dem – vorwiegend weiblichen – Publikum gefiel es trotzdem. Und Seven genoss den Auftritt: «In meinen Anfängen spielte ich hier auf vielen offenen Bühnen. Diese Stadt war eine Wegbereiterin für meine Karriere.»

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