Letzte Woche ist die Auflagefrist für das überarbeitete Schulhausplatz-Projekt abgelaufen. Überarbeitet deshalb, weil das vom Einwohnerrat, vom Badener Stimmvolk und Regierungsrat bewilligte 95-Millionen-Franken-Projekt noch leichte Änderungen erfahren hat. «Es handelt sich vor allem um Sicherheitsaspekte, und auch die Kosten sind genauer aufgeführt», erklärt Stadtrat und Bauvorsteher Markus Schneider.

Auch Sicht des Stadtrates sind das also eher Details. Gleichwohl gab es mehrere Einwendungen – so auch von der IG Pro Velo Region Baden. «Wir haben im Abstimmungskampf Ende 2011 nie grundsätzlich gegen das Projekt opponiert», sagt IG-Präsident Hubert Kirrmann. Doch nun befürchtet Pro Velo, dass die Anliegen der Velofahrer zu wenig berücksichtigt werden. Drei Einwendungen hat die IG eingereicht, zwei betreffen den Schulhausplatz selber, eine den Brückenkopf-Ost.

Signalisation wird bemängelt

Als Erstes wird das Fehlen einer sicheren Verbindung für Velofahrer von der Bruggerstrasse in Richtung Wettingen bemängelt. «Um nach Wettingen zu gelangen, muss man künftig zwei Autospuren queren; das ist nicht optimal», sagt Kirrmann. Auch die Verbindung von der Mellingerstrasse in die Weite Gasse wird kritisiert. «Auf der Hauptverkehrsachse fehlen für Velofahrer Spurquerungshilfen.»

Als Zweites bemängelt Pro Velo die Signalisation – sowohl für die Zeit während als auch nach dem Bau. Insbesondere fordert die IG, dass die Tunnelgarage und die Glas-Unterführung mit dem Hinweis «Radfahren im Schritttempo gestattet» zu markieren sei. Zusätzlich will die IG, dass das Miteinander der Velos und Fussgänger – diese werden sich die Ebene unter der Strasse teilen – durch Markierungen verbessert wird. «Auf steilen Rampen sollen Velos von Fussgängern getrennt werden. Und Velosymbole am Boden sollen Fussgänger auf den Veloverkehr aufmerksam machen», so Kirrmann.

Obwohl der Verkehrs-Club Schweiz (VCS) selber keine Einwendung gemacht hat, begrüsst er diese grundsätzlich, wie einer Mitteilung zu entnehmen ist. Insbesondere werden Stadt und Kanton aufgefordert, die vom Einwohnerrat seinerzeit gemachten Auflagen umzusetzen. «Gegenüber der ursprünglichen Vorlage hat sich das Projekt verschlechtert», sagt Jürg Caflisch, Präsident von VCS Aargau. Dabei sei der Stadtrat von der Legislative aufgefordert worden, sich für Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr einzusetzen.

«Ich kann nicht ganz nachvollziehen, wo genau das Projekt Verschlechterungen erfahren haben soll», sagt Stadtrat Schneider. Grundsätzlich obliege die Projektleitung dem Kanton, «aber wir sind im Lenkungsausschuss vertreten, um die Interessen der Stadt Baden zu vertreten», sagt Schneider. «Das Anliegen des Kantons bei Strassenprojekten ist, diese rasch und zu einem guten Preis realisieren zu können. Das ist auch im Interesse der Stadt, aber darüber hinaus wollen wir auch bezüglich der Gestaltung und der Attraktivität für alle Verkehrsteilnehmer die optimale Lösung für die Stadt Baden und für die Nutzer anstreben.»

Wie viele Einwendungen eingegangen sind, war beim Kanton gestern nicht in Erfahrung zu bringen.