Baden

Schulhaus «Burghalde 1»: Sanierung wird teurer als erwartet

Das Badener Bezirksschulhaus wird derzeit saniert. An der Urne wurde ein Kredit von 8,1 Millionen Franken bewilligt – doch nun zeigt sich, dass das Geld für den Umbau nicht ausreicht. (Archivbild)

Der Umbau des denkmalgeschützten Schulhauses «Burghalde 1» wird mehr kosten als vom Stimmvolk an der Urne bewilligt – der Stadtrat muss einen Zusatzkredit beantragen.

Im Herbst 2017 genehmigte das Badener Stimmvolk zwei Kredite für Schulhäuser: 98,5 Millionen Franken für den Neubau des Sekundarstufenzentrums und 8,1 Millionen Franken für die Sanierung der Burghalde 1. Seit letztem Sommer laufen die Bauarbeiten am Hang unterhalb der Ruine Stein, und nun zeigt sich: Der Umbau der denkmalgeschützten Burghalde 1 wird mehr kosten als die genehmigten 8,1 Millionen Franken. So viel mehr, dass der Stadtrat diesen Herbst einen Zusatzkredit vom Einwohnerrat verlangen muss. Laut Julius Schulz von der Abteilung Planung und Bau steht die genaue Summe noch nicht fest, «wir gehen aber beim Worst-Case-Szenario von Zusatzkosten in Höhe von 1,8 Millionen Franken aus».

Grund für die Kostenüberschreitung: «Im Herbst 2017 lösten sich Teile des Fassadenputzes. Umfangreiche Untersuchungen haben ergeben, dass die gesamte Fassadenbetonkonstruktion des Schulhauses bei der Erstellung mangelhaft ausgeführt wurde und teilweise keine Betonüberdeckung der Armierungseisen vorhanden war», sagt Schulz. Die verdeckten Mängel seien so gravierend, dass eine Betonsanierung und damit auch der Ersatz des gesamten Verputzes zwingend notwendig seien. Stadtammann Markus Schneider (CVP) betont, die Kostenüberschreitung betreffe nur die Sanierung der Burghalde 1 und nicht den Neubau des Sekundarstufenzentrums.

Daniel Glanzmann, Fraktionspräsident der SVP im Einwohnerrat und Inhaber einer Baufirma: «Wo gearbeitet wird, passieren Fehler, und gerade bei der Sanierung eines so alten und grossen Gebäudes besteht immer das Risiko zusätzlicher Kosten. Dass ein Zusatzkredit beantragt werden muss, ist nicht erfreulich, aber es wäre falsch, den Verantwortlichen deswegen grosse Vorwürfe zu machen.» Die Fehler seien zu einem früheren Zeitpunkt passiert – in der Politik, sagt Glanzmann. «Wir, der Einwohnerrat, verpassten es, das Projekt frühzeitig in die richtigen Bahnen zu lenken. Die SVP vertrat immer die Ansicht, dass der Bau des Sekundarstufenzentrums zu viel kostet und der Standort am Hang nicht ideal ist.»
Ab dem Schuljahr 2021/2022 werden alle Oberstufenschüler – Bezirks-, Sekundar- und Realschüler – aus Baden, Ennetbaden, Ehrendingen und Birmenstorf auf dem Areal unterrichtet.

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