Baden

Schlussspektakel des «Zirkus Chnopf» vor halbleeren Rängen

Ein Flug durchs All mit Theater, Tanz, Artistik und Livemusik: Die Zirkusshow im Badener Kulturzentrum Alte Schmiede.

Ein Flug durchs All mit Theater, Tanz, Artistik und Livemusik: Die Zirkusshow im Badener Kulturzentrum Alte Schmiede.

Das Ende der Saison zum 30-Jahr-Jubiläum des «Zirkus Chnopf» fand in Baden statt.

Musikanten purzeln aus einer Lücke im Holzboden auf die Bühne. Es folgt ein schräges Rollschuhballett, begleitet von schmelzenden Bratschenklängen, die bald darauf von fetten Synthesizerbässen und Schlagzeugbeats abgelöst werden. Ein Flug durchs All mit Theater, Tanz, Artistik und Livemusik hat begonnen. «Pluto» heisst das Programm, das der Zirkus Chnopf im Kulturzentrum Alte Schmiede aufführte. Das Zirkusspektakel markiert das Ende der diesjährigen Tournee.

Eigentlich hätte die Jubiläumssaison des 1990 gegründeten Zirkus im Mai beginnen sollen. Doch mit Corona änderte fast alles. «Das Jahr ist geprägt von grosser Unsicherheit», sagt Dave Sieger, künstlerischer Leiter des Zirkus Chnopf. Nur gerade ein Bruchteil des diesjährigen Programms hätten sie umsetzen können. Umso glücklicher seien sie darüber, dass sie den wichtigsten aller Programmpunkte – die Zirkusshow – umsetzen konnten.

Normalerweise sind alle 320 Sitzplätze für die Vorstellung belegt. Deutlich weniger – knapp ein Drittel – wurden an der letzten Show besetzt. Grund dafür sieht Sieger in der steigenden Anzahl an Coronavirus-Fällen. «Im Schnitt durften wir bei der diesjährigen Tournee mit 320 Besucherinnen und Besuchern pro Auftritt rechnen», so der 36-Jährige. Zum ersten Mal mit dem Zirkus Chnopf auf Tournee ist die 26-jährige Mariyam Al-Baghdadi. Insbesondere das Zusammenleben mit den anderen Artisten schätzt die Bewegungsschauspielerin sehr. «Wir leben im Wohnwagen auf sechs Quadratmetern Fläche. Durch die fallenden Temperaturen wird es im Wohnwagen etwas kälter und so geniessen wir die gemütlichen Stunden in unserer Gemeinschaftsküche umso mehr.»

Begeistert von den Multitalenten auf der Bühne ist David Kuenz aus Meisterschwanden. «Sogar der Bühnenumbau während der Szenen ist als Nummer konzipiert», sagt der 50-jährige Besucher. Auch seine Begleitung, Manuela Ruoss aus Wettingen, ist von dem Spektakel überrascht: «Ich finde es sehr beeindruckend, dass die Artisten nur via Hutsammlung unterstützt werden und sie so eine Show abliefern», sagt die 31-Jährige.

Der Zirkus Chnopf möchte nicht nur lustige Unterhaltung bieten, sondern auch den «Chnopf ufmache». Deshalb engagiert er sich für eine erneuerbare und klimaverträgliche Energiezukunft. «Wir wohnen wie in einem kleinen Dorf und beziehen unseren Strom ausschliesslich von erneuerbarer Energie», so Sieger. Auf den Energieverbrauch bei Nahrungsmitteln macht der Zirkus ebenfalls aufmerksam. Deshalb ist die Verpflegung für Zuschauerinnen und Zuschauer vegetarisch. Und: Durch Beschilderungen auf dem Zirkusplatz wird dargestellt, wie viel Energie Tierprodukte verbrauchen. «Wir möchten Kindern und Jugendlichen kleine Hinweise geben, wie wir unsere Ressourcen auf eine nachhaltige Weise nutzen können.»

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