Mägenwil

«Saga-Khan»-Räuber: Auch das Obergericht verurteilt sie zu langen Gefängnisstrafen

Nach bewaffnetem Überfall auf Saga Khan stehen Räuber erneut vor Gericht

Nach bewaffnetem Überfall auf Saga Khan stehen Räuber erneut vor Gericht

Vor 8 Jahren überfielen zwei maskierte und bewaffnete Männer das Restaurant Saga Khan in Mägenwil. Die Täter wurden auch wegen weiteren Delikten in erster Instanz zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt. Beim Prozess am Mittwoch, 20. Mai 2020, vor Obergericht forderten sie eine deutlich tiefere Strafe – ohne Erfolg.

Vor gut acht Jahren, im März 2012, überfielen der Italiener Danilo D. (heute 34 Jahre alt) und der Schweizer Christian S. das Restaurant Saga Khan in Mägenwil, bewaffnet mit einer Pistole vom Typ Sig-Sauer 228. Beim Überfall auf das bekannte mongolische an einem Mittwochabend kurz vor 23.30 Uhr kam es zu einer Schussabgabe – verletzt wurde dabei niemand.

Der Schock sass bei allen Beteiligten aber tief, wie damals der Restaurant-Mitarbeiter Kumar Ramasamy zu Protokoll gab: «Ich hatte Angst und stand unter Schock». Auch der Restaurant-Besitzer Peter Kaufmann erinnert sich an den Überfall: «Die anwesenden Gäste haben geschrien und sich unter die Tische gelegt.» Die Räuber seien dadurch verunsichert worden und hätten das Lokal fluchtartig verlassen.

Auch wenn die beiden Täter das Restaurant ohne Beute wieder verlassen hatten, wurden sie zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt. Dies, weil es nicht der einzige Überfall des Täter-Duos war. So ging auf der Raubüberfall auf die Shell-Tankstelle in Hunzenschwil auf das Konto der beiden Männer. Auch dort kam es zur Schussabgabe durch einen dritten Täter, der beim Raub dabei war: Eine Kugel verfelte eine Verkäuferin nur knapp.

«Seine Kinder brauchen ihn»

Für diese Vergehen wurden Danilo D. zu 13 Jahren und Christian S. zu 9 Jahren Haft verurteilt. Eine Strafe, welche Kenad Melunovic, der Anwalt von Danilo D., als zu hoch betrachtet. «Beim Tankstellenüberfall hat Danilo D. nicht geschossen, er war dort nur Mittäter», sagt der Anwalt zu TeleM1. Für den Exzess, also den Gebrauch der Schusswaffe durch einen anderen beteiligten Räuber, könne man D. nicht verantwortlich machen.

Aus diesem Grund habe man vor dem Aargauer Obergericht Berufung eingelegt und Haftstrafen von 3 respektive 2 Jahren gefordert. Allerdings wurde die Haftstrafe nicht so stark reduziert, wie sich dies der Anwalt von D. erhofft hat: Die Haftdauer für beide Männer wurde je um sechs Monate verkürzt. Für Danilo D. bedeutet dies nun 12,5  Jahre und für Christian S. 8,5 Jahre Haft. Etwa 4,5 Jahre davon haben sie bereits verbüsst.

D., Vater von zwei Kindern, habe gehofft, dass er so schnell wie möglich wieder aus dem Gefängnis komme, sagt sein Anwalt Kenad Melunovic. «Er weiss was er falsch gemacht hat. Aber er hat zu recht das Gefühl, dass er seine verdiente Strafe abgesessen hat.» D. wolle nun zurück nach Hause zu seinen Kindern, sagt der Anwalt, denn «diese brauchen ihn jetzt».

Danilo D. und Christian S. sind verantwortlich für etliche Einbrüche und die zwei Raubüberfälle in Mägenwil und Hunzenschil. Sie haben nun die Möglichkeit, das Urteil des Obergerichts in Aarau an das Bundesgericht weiterzuziehen. (kca)

Artikel publiziert am 22. Mai 2020

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