Wettingen

Randale in Wettingen: Die Polizei setzte Pfefferspray ein

Die Repol hatte die Landstrasse teilweise gesperrt. Beim Aufstellen der Gitter stürmten etwa 15 Fans auf die Polizei zu bewarfen sie mit Bierdosen. Die Gitter haben sie weggerissen.

Die Repol hatte die Landstrasse teilweise gesperrt. Beim Aufstellen der Gitter stürmten etwa 15 Fans auf die Polizei zu bewarfen sie mit Bierdosen. Die Gitter haben sie weggerissen.

Einige Nati-Fans in Wettingen hatten sich nach dem Spiel gegen Ecuador nicht mehr im Griff: Nachdem die Polizei die Landstrasse wegen eines Autokorsos sperrte, wurden die Beamten mit Bierdosen beworfen. Zudem wurde eine Scheibe des Coops zerschlagen.

Einige Nati-Fans in Wettingen hatten sich nach dem Spiel gegen Ecuador nicht mehr im Griff und haben Gegenstände gegen Polizisten geworfen. Die randalierenden Nati-Anhänger lieferten sich daraufhin Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auch beim nächsten Schweiz-Spiel werde die Landstrasse - wenn nötig - gesperrt, sagt Roland Jenni, Leiter der Regionalpolizei Wettingen-Limmattal.

In Wettingen haben kam es nach dem Spiel Schweiz gegen Ecuador zu Auseinandersetzungen zwischen der Regionalpolizei und Fans. Der Grund: Die Repol hatte die Landstrasse teilweise gesperrt. «Unsere Leute stellten gerade die Absperrgitter auf, als etwa 15 Fans auf sie zustürmten und mit Bierdosen bewarfen», sagt Roland Jenni, Leiter der Regionalpolizei Wettingen-Limmattal.

«Sie hoben zudem die schweren Gitter hoch und warfen sie zur Seite.» Ebenfalls schlugen sie die Scheibe des Coop Prontos ein. Die Fans, die sich rund um den Coop Pronto aufhielten, wollten anscheinend gemeinsam mit den Autofahrern feiern.

WM 2014 Wettingen Eskaliert!

Weshalb musste die Polizei den Strassenabschnitt sperren?

«Die Situation wurde langsam aber sicher gefährlich», sagt Jenni. «Der Autokorso behinderte den Verkehrsfluss auf der Landstrasse enorm. Leute liefen auf die Strasse, Autofahrer hupten und wurden zum Teil wütend - die Situation wurde heiss.» So entschieden die Polizisten, die Landstrasse kurzfristig zuzumachen.

«Schon seit 15 Jahren sperrt die Repol diesen Strassenabschnitt bei Fussballmatchs, die Autokorsos zur Folge haben. Noch nie gab es solche Ausschreitungen danach», so Jenni.

Laut ihm waren die Polizisten gezwungen, Pfefferspray einzusetzen. «Sonst hätten wir die Situation nicht unter Kontrolle gebracht.» Auch beim nächsten Schweiz-Spiel werde die Landstrasse - wenn nötig - gesperrt. «Wir entscheiden situativ, ob wir die Strasse sperren müssen. Je nach dem ist es einfach nötig.»

Die Sperrung erfolgte nicht zuletzt wegen den Anwohnern und dem langen Rückstau, den ein Autokorso verursacht. «Wir sind dafür da, dass der Verkehr läuft und keine Gefahren entstehen», sagt Jenni. Ein Fehler sei die vorübergehende Sperrung des Strassenabschnitts deshalb nicht gewesen.

Drückt die Repol während der WM auch mal ein Auge zu?

«Zum Teil sitzen Fussballfans auf dem Dach oder lehnen aus dem Fenster raus - da greifen wir nicht ein", so Jenni, „obwohl das verboten wäre.» Und: «Wir von der Polizei freuen uns ja auch, wenn eine Mannschaft gewinnt. Wir haben nichts gegen Fussball.» Sobald sich die Situation jeweils entspanne, öffne man die Strasse wieder.

Gestern Abend kam es aber so weit, dass die Kantonspolizei (Kapo) Aargau als Verstärkung dazu stossen musste. «Grundsätzlich ist es Aufgabe der Bewilligungsbehörde - also der Gemeinde - für Sicherheit und Ordnung zu sorgen», sagt Kapo-Sprecher Roland Pfister.

Die Kapo sei grundsätzlich nicht eingebunden in das Sicherheitsdispositiv, sondern komme immer nur subsidiär, also wenn die regionale Polizei an ihre Grenzen stösst, zum Einsatz. «In Wettingen hat die Polizei zwei Schweizer angehalten und für Befragungen auf den Kapo-Polizeiposten mitgenommen», so Pfister. Es werde jetzt abgeklärt, inwiefern die beiden zu den Scharmützeln beigetragen hätten. «Beim Angriff auf Polizisten der Regionalpolizei wurde aber niemand verletzt», ergänzt er.

Ebenfalls wurde die Scheibe des Coop Prontos eingeschlagen.

Ebenfalls wurde die Scheibe des Coop Prontos eingeschlagen.

Während der WM-Spiele - vor allem bei wichtigen Spielen etwa mit Schweizer Beteiligung - erhöhe die Kapo ihre Präsenz, um im Notfall einschreiten zu können. Grundsätzlich operiere man nach der «3D-Regel». «Zuerst Dialog dann Deeskalation, und wenn alles nichts nützt, Durchgreifen», erklärt Pfister.

Natürlich seien die Polizisten angehalten, bei den Feierlichkeiten nach eine Spiel Augenmass zu wahren. «Wenn aber vom Jubeln und Feiern eine Gefährdung für Leib und Leben ausgeht, dann müssen wir einschreiten», sagt Pfister.

Was ist denn erlaubt? «Eine Stunde nach dem Spiel tolerieren wir Auto-Corsos auf den Strassen; danach ist Schluss nicht zuletzt auch wegen des Lärms», sagt Pfister. Dabei dürften Fahnen geschwenkt und laut gehupt werden. «Wenn sich aber Beifahrer weit aus dem Fenster lehnen, müssen wir auch intervenieren, da dies sehr gefährlich ist.»

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