Baden

Profireiterin Martina Rothenfluh meistert die erste Prüfung

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Als bei den Dressurtagen auf der Bremgarter Fohlenweide die Materialprüfung beginnt, sind Martina Rothenfluh aus Stetten und der kleine Wallach Sansiro bestens vorbereitet.

Frau Rothenfluh, übernehmen Sie! Fünf Jahre sind vergangen, fünf Jahre Planung, Aufwand, Arbeit und Leidenschaft. Damals entschied Pferdezüchterin Sandra Breitenstein, eine dunkle Stute mit einem dunklen Hengst zu decken. Herausgekommen ist ein Fuchs, ein kleiner Brauner: Sansiro.

Nach einem Jahr im Bauch der Mutter und drei Jahren auf der Weide, gewöhnte ihn Breitenstein an Zaumzeug und Sattel, brachte ihm Schritt, Trab und Galopp bei.

Nervöses Jungpferd will trainiert sein

Die Zucht ist das eine, ein nervöses Jungpferd im Kindergartenalter von vier Jahren an einem Turnier den Promotionsrichtern vorzuführen etwas ganz anderes. Einige Wochen zuvor begann deshalb Profi-Reiterin Martina Rothenfluh aus Stetten, mit Sansiro zu arbeiten. Rothenfluhs Erfahrung aus Tausenden von Turnieren seit sie acht Jahre alt ist, verleiht einem nervösen Jungpferd an den ersten Prüfungen die nötige Ruhe.

Kurz vor zehn Uhr ist es so weit: Breitenstein und Rothenfluh wechseln noch schnell Sansiros Ohrengarn, dann satteln sie ihn. Ein Zöpfchen der Mähne wird zurechtgerückt, danach gehts in die Halle zum Warmreiten (siehe Bild).

Hauptdarsteller Sansiro lässt sich wenig anmerken, Martina Rothenfluh ist eh die Ruhe selbst und Sandra Breitenstein reisst sich zusammen. Als sich um 10.20 Uhr das Tor zum Dressurviereck öffnet, ist die Spannung trotzdem bei allen dreien spürbar. Wie entwickelt sich der junge Wallach? Bestätigen die Punktrichter die bisherigen Eindrücke?

Während Rothenfluh mit Sansiro lostrabt, zündet sich Breitenstein eine Zigarette an. «Ich glaube, das wäre nicht gut, wenn ich jetzt keine Anspannung spüren würde», sagt sie. Nach einer Runde müssen die Pferde den Tritt verlängern, Trab und schliesslich Galopp zeigen. «Jetzt auf die grosse Volte von C», ertönt die Ansage.

Als Rothenfluh Sansiro nach etwa zehn Minuten anhält, folgen die Noten: Schritt und Galopp 8 von 10, Trab 6.5 und ein Gesamteindruck von 6.9 geben satte 73.50 Prozent. Das ist noch besser als beim letzten Mal, Sansiro hat sogar Chancen beim Schweizer Jahresfinal in Avenches.

Erleichtert tätscheln die beiden Frauen ihren Schützling: «Gut gemacht, Bubeli, bravo.» Die ersten Prüfungen haben gezeigt, dass Sansiro – und mit ihm ein Dutzend andere Schweizer Jungpferde – über alle Grundqualitäten fürs Dressurreiten verfügt. Sansiro ist in seinem Jahrgang gar einer der besten, Züchterin Breitenstein scheint ein gutes Händchen zu haben. Doch die gibt die Rosen weiter an die Reiterin: «Martina macht das einfach sensationell. Gerade bei einem jungen Pferd macht eine solche Reiterin einen grossen Unterschied.» Irgendwann will sich dann auch Breitenstein als Turnierreiterin versuchen.

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