Mellingen

Preise für Kinderbetreuung sorgen bei Eltern für Kritik

Neu dürfen auch die Primarschüler an den Tagesstrukturen teilnehmen.

Neu dürfen auch die Primarschüler an den Tagesstrukturen teilnehmen.

Ab Schuljahr 2019/2020 werden in Mellingen die Tagesstrukturen erweitert. Die Preise dafür führen allerdings zu Kritik.

Für berufstätige Eltern gibt es in Mellingen nicht viele Angebote, um ihre Kinder ganztags betreuen zu lassen. Vor allem auf Primarstufe fehlen – mit Ausnahme der Randstundenbetreuung am Vormittag durch die Schule Mellingen-Wohlenschwil – entsprechende familienergänzende Angebote.

Ab Schuljahr 2019/2020 wird sich das nun ändern. Im Rahmen des neuen Kinderbetreuungsgesetzes hat die Gemeinde Mellingen den Kinderhort Iberg angefragt, für montags, dienstags, donnerstags und freitags ein umfassendes Betreuungsangebot durchzuführen. Neu wird es vier Betreuungsmodule geben: In der Früh, am Mittag, Frühnachmittag und Spätnachmittag, wobei die Randstundenbetreuung am Vormittag beibehalten wird. Die Module stehen allen Kindern vom Kindergarten bis zur Primarschule offen und können je nach Bedarf gebucht werden.

«Die erweiterten Tagesstrukturen entlasten berufstätige Eltern. Sie können ihre Kinder, insbesondere auf Primarstufe, neu ganztags betreuen lassen, ohne dafür Angebote anderer Gemeinden in Anspruch nehmen zu müssen», sagt Gemeinderätin Giovanna Suter (FDP). Sie leitete die Arbeitsgruppe, die sich im letzten Jahr mit dem Ausbau der Tagesstrukturen beschäftigt hat (die AZ berichtete).

Während die Randstunden- und die Frühbetreuung an den Schulstandorten Kleine Kreuzzelg und Bahnhofstrasse stattfinden, fand die Gemeinde für die restlichen Module mit dem Kinderhort Iberg in den Räumlichkeiten der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten eine Lösung. «Das Kirchgemeindehaus bietet eine ideale Möglichkeit, die Tagesstrukturen vorübergehend unterzubringen. Denn mit dem Bau des neuen Schulhaus, der 2021 abgeschlossen sein soll, werden die Tagesstrukturen in die Schulanlage Kleine Kreuzzelg integriert», erklärt Suter.

Qualitätsstandards seien einzuhalten

Die erweiterte Kinderbetreuung wurde kürzlich an einer öffentlichen Infoveranstaltung präsentiert. Dabei sorgten die Preise der Module bei einigen Eltern für Kritik, berichtet der «Reussbote». So stiessen sie sich unter anderem am Preis für die Mittagsbetreuung (25 Franken). Bruno Greber, Präsident des Kinderhorts Iberg, betonte, dass sich die Kosten aus der Miete für die Räume, den Löhnen der Betreuerinnen und dem Menü, das von der Stiftung Arwo geliefert werde, zusammensetzen. Ausserdem, fügte er an, sei es schwer abzuschätzen, wie viele Kinder das Angebot tatsächlich in Anspruch nehmen würden. «Das ist der Preis, der es uns ermöglicht, wirtschaftlich zu arbeiten.» Es sei denkbar, dass man nach einem halben Jahr eine Reduktion gewähren könne.

Auf die Preise angesprochen, sagt Gemeinderätin Suter zur AZ: «Der Kinderhort Iberg muss die Qualitätsstandards der Gemeinde einhalten. Das heisst, es muss jederzeit eine ausgebildete Fachkraft anwesend sein.» Ab elf Kindern brauche es eine weitere Betreuungsperson. Zusätzlich sei je nach Anzahl Kinder eine Hauswirtschaftshilfe nötig, die etwa den Abwasch und die Reinigung erledige. Suter betont weiter, dass der Kinderhort Iberg ohne finanzielle Starthilfe der Gemeinde Mellingen zudem ein Angebot am Mittwochnachmittag sowie an schulfreien Lehrerweiterbildungstagen und während vier Ferienwochen anbieten werde. «Um dieses wirtschaftlich betreiben zu können, müssen mindestens fünf Kinder das Angebot nutzen.» Somit gebe es in Mellingen ab 13. August ein umfassendes Betreuungsangebot zwischen 6.30 und 18.30 Uhr an Schultagen und teilweise auch während der Ferien.

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