Baden
Polizei ärgert sich über Masken-Littering: «Mit 300-Franken-Bussen kriegen wir das Problem nicht in Griff»

Der Werkhof und die Stadtpolizei ärgern sich über weggeworfene Einwegmasken in der Badener Innenstadt. Wer auf frischer Tat ertappt wird, muss 300 Franken bezahlen.

David Rutschmann
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Eine weggeworfene Corona-Schutzmaske. (Symbolbild)

Eine weggeworfene Corona-Schutzmaske. (Symbolbild)

Donato Caspari

Seit Ende Oktober herrscht in der Schweiz Maskenpflicht − und seitdem liegen die gebrauchten Einwegmasken in den Strassen der sonst so sauberen Schweiz. Der medizinische Mund-Nase-Schutz wird von manchen achtlos weggeworfen und landet auf dem Boden. Unverständlich für Hermann Blaser, Stellvertretender Kommandant der Badener Stadtpolizei: «In der Innenstadt gibt es genug öffentliche Abfallkübel, da ist man enttäuscht, wenn diese nicht genutzt werden.»

Er berichtet, dass der Werkhof zuletzt verstärkt auch mit der Entsorgung der Einwegmasken beschäftigt sei. Ist die Bevölkerung denn noch nicht sensibilisiert? Schliesslich erhöhte der Kanton Aargau im vergangenen Jahr die Busse für Abfallsünder auf 300 Franken. «Mich hat überrascht, wie gering die öffentlichen Reaktionen auf diese hohen Bussen waren», sagt Blaser. «Bis heute ist eine abschreckende Wirkung noch nicht zu erkennen. Vielen Leuten ist nicht bewusst, was sie zahlen müssten, wenn sie Zigarettenstummeln, Kaugummi-Papier oder eben Einwegmasken auf den Boden schmeissen.»

Starke Vermüllung geht meist von Jugendlichen aus

Gemäss der Stadtpolizei wurden entsprechende 300-Franken-­Bussen auch schon erteilt, viele Leute würden überrascht reagieren. «Aber das Littering-­Problem kriegen wir damit nicht in den Griff.»

Denn dieses sei nicht auf Leute zurückzuführen, die gedankenverloren ihren Müll in der Altstadt liegen lassen. Problematischer sei vielmehr die Vermüllung an gewissen Hotspots, wie beispielsweise dem Theaterplatz, an welchen sich Jugendliche an den Wochenenden treffen. «Bei dieser Problematik zeichnet sich kein Ende ab», berichtet Blaser.

Die Stadtpolizei unterstütze mittlerweile den Sicherheitsdienst bei der Patrouille an den Wochenenden, in der Hoffnung, dass verstärkte Polizeipräsenz eine abschreckende Wirkung habe. Wenn sie Abfallsünder dabei «auf frischer Tat» ertappen, können die Polizisten auch die 300-Franken-Busse erteilen. Vielleicht hat die Bussenhöhe dann auch präventive Wirkung fürs nächste Mal.