Seit seinem Rücktritt aus dem Nationalrat vor rund eineinhalb Jahren hat sich der Badener Jonas Fricker (Grüne) kaum mehr öffentlich zu Wort gemeldet. Politisch ist der 42-Jährige jedoch nach wie vor tätig: Er amtet als Präsident der Aargauer Regionalgruppe von Fussverkehr Schweiz, die am 1. Juni 2017 gegründet wurde.

Wie diverse Stadtparteien hat nun auch Fussverkehr Aargau eine Stellungnahme zum neuen Reglement der Stadt Baden eingereicht, das für eine nachhaltige städtische Mobilität sorgen soll. Die Gruppe fordert einige Anpassungen des Reglements. Unter anderem soll der Bau von neuen Parkhäusern in der Stadt Baden künftig nicht mehr erlaubt sein.

Jonas Fricker: «Wir sind zudem der Ansicht, dass die Stadt das Parkierungsangebot auf dem Stand von 2018 plafonieren soll. Und wegfallende Parkplätze sollen in der Regel nicht mehr ersetzt werden.»

Inwiefern könnten Fussgänger von diesen Forderungen profitieren? Fricker: «Der öffentliche Raum ist ein umworbenes knappes Gut. Wenn es weniger Parkplätze gibt, fahren tendenziell weniger Autos in die Stadt, und es hat mehr Platz für die restlichen Verkehrsteilnehmer.»

Ausserdem fordern Fricker und Fussverkehr Aargau, dass Velo- und Fusswegnetz in Baden voneinander getrennt werden sollten. «Es gibt zwar Beispiele wie die Unterführung beim neuen Schulhausplatz, in denen der Mischverkehr funktioniert.

Doch aus Sicht der Fussgänger wäre es sinnvoll, wenn die Verkehrswege künftig möglichst getrennt geführt würden», sagt Fricker. Wenn möglich, sollten die Wege auch optisch klar voneinander zu unterscheiden sein, etwa mit farbigen Velostreifen wie in Amsterdam, wo er während zweier Jahren gelebt habe.

Auch wenn politisch derzeit nicht an vorderster Front aktiv, habe er wie eh und je einen starken inneren Antrieb, sich für Themen wie Bildung, Klimaschutz und umweltverträglicher Verkehr einzusetzen, sagt Fricker. «Ich freue mich, dass die Klimadebatte derzeit von fast allen Parteien thematisiert wird.»

Das Reglement für eine nachhaltige städtische Mobilität in Baden ist grundsätzlich ganz in seinem Sinne: Es verlangt, dass der Anteil des motorisierten Individualverkehrs am Gesamtverkehr in Baden bis im Jahr 2028 um 10 Prozent sinkt. Stattdessen sollen Fuss-, Velo- und öffentlicher Verkehr gefördert werden.