Spreitenbach

Noch nie so viel verkauft: Zweifel mit neuem Verkaufsrekord

Zweifel-Chips sind so gefragt wie noch nie

Zweifel-Chips sind so gefragt wie noch nie

Chips und Snacks verkaufen sich immer - trotz widriger Rahmenbedingungen. Im Falle von Zweifel verkaufen sie sich sogar immer besser. Das Unternehmen mit Sitz in Spreitenbach AG meldet fürs letzte Geschäftsjahre einen neuen Verkaufsrekord.

Zweifel, eine der urschweizerischen Ikonen der Lebensmittelindustrie, blickt auf ein «erfreuliches Geschäftsjahr» zurück: 2012 veredelten die 391 Angestellten hauptsächlich Kartoffeln aus einheimischer Produktion zu Chips und Snacks. Gegenüber dem Vorjahr konnte der Umsatz trotz widriger Rahmenbedingungen wie Euroschwäche und Einkaufstourismus um knapp 2 auf 210 Millionen Franken gesteigert werden, wie das Unternehmen gestern Abend mitteilte. 6479 Tonnen Chips und 1862 Tonnen Snacks verliessen die Produktionsanlagen in Spreitenbach. Der Chips-Absatz legte um 97 Tonnen zu, derjenige der Snacks ging um 55 Tonnen zurück.

«Es sind vor allem Neuheiten und Promotionen, die das Geschäft wachsen lassen», sagt Zweifel-CEO Mathias Adank gegenüber der «Nordwestschweiz». Zudem reagiert Zweifel auch auf Wünsche der Kunden. So wurde die Produktion des Snacks «Onion-Rings» wieder aufgenommen, nachdem eine Facebook-Gruppe dieses Anliegen aufgebracht hatte.

Der Chips- und Snackmarkt hat seine eigenen länderspezifischen Gesetzmässigkeiten. In Deutschland spielt der Konsum von Snacks vor dem Fernseher bei grossen Sportereignissen eine grosse Rolle. So brachte die Fussball-Europameisterschaft im vergangenen Jahr in Deutschland eine Sondersaison für die Chips- und Snackindustrie. In diesem Jahr fehlt ein solches Ereignis auf dem Terminkalender. In der Schweiz ist die Grillsaison die bevorzugte Zeit für Chips und Snacks.

Eigener Vertrieb

Hier zu Lande beliefert Zweifel beliefert Kioske, kleinere Detailhändler, Badeanstalten und Restaurants direkt. «Der Frisch-Service, den es seit 50 Jahren gibt, ist einer unserer grossen Vorteile», sagt Adank weiter, «wir beschäftigen alleine hier 130 Angestellten, die je nach Lage, Grösse und Absatz jedes Geschäft zwischen fünfmal pro Woche bis einmal pro Monat beliefern.» Im Schatten von Migros und Coop unterhält Zweifel eine eigene grosse Logistik- und Distributionsabteilung, über die auch einige Produkte von Drittherstellern vertrieben werden. «Wir bekommen gelegentlich auch Anfragen, ob wir den Vertrieb von weiteren Produkten übernehmen könnten», sagt Adank. Dafür müsste der Vertrieb überproportional stark ausgebaut werden: «Das rechnet sich für uns dann nicht.»

Treue Stammkundschaft

2013 wirkte sich das schlechte Wetter in Mitteleuropa ungünstig aus. «Für unsere Abnehmer wie Badeanstalten oder Campingplätze ist es bisher sehr schlecht gelaufen», sagt Adank. Der Absatz bis Ende April liegt leicht unter der Vorjahreshöhe. Adank ist aber zuversichtlich, das Vorjahresergebnis wieder zu übertreffen. Der Währungseffekt läuft langsam aus. Den Schweizer Markt dominiert Zweifel dank spezieller Angebote wie den «Paprika-Chips» (siehe Box).

Auf sie und die Sorte und die Sorte «Nature» entfallen 80 Prozent der gesamten Chips-Produktion bei Zweifel. Ein Exportschlager könnten sie trotzdem nicht werden, sagt Adank: «In Deutschland gibt es eine andere Art von ‹Paprika-Chips›. Wir besetzen dort nur eine kleine spezielle Nische.» Aber in der Schweiz verbänden sehr viele Menschen die Chips mit ihren ersten Schulreisen und anderen schönen Erlebnissen in der Kindheit: «So sind wir vielerorts ein Teil der Familienkultur geworden.» Und da spielen Wetter, Grillsaison und Sport-Grossereignisse nur eine begrenzte Rolle.

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