Baden

Noch eine Baustelle im Bäderquartier: Der Frust bei Wirten und Hoteliers ist gross

Unweit der Bäder-Baustelle wird die Strasse aufgerissen, das führt zu Unmut bei Gastro-Betrieben im Bäderquartier.

Unweit der Bäder-Baustelle wird die Strasse aufgerissen, das führt zu Unmut bei Gastro-Betrieben im Bäderquartier.

Als wäre die Bäder-Baustelle nicht schon genug Belastung für das Gastro-Gewerbe, wird jetzt auch die Bäderstrasse saniert. Wirte und Hoteliers sind gefrustet, doch sie sehen auch Lösungsansätze.

Hinter ihnen liegt die Bäder-Baustelle, vor ihnen die aufgerissene Bäderstrasse: Die Gastro-Betriebe am Limmatknie sind eingeklemmt zwischen Absperrungen, Schutt und Baulärm. Die Hoteliers und Wirte sind entsprechend verärgert. Tatsächlich kann man sich fragen, weshalb die Hauptzugangsachse zum neuen Botta-Bad vom Casinokreisel bis zur Schiefen Brücke genau jetzt saniert werden muss. Denn damit fallen, nach dem Abriss des Bäderparkhauses, zu allem Übel auch noch zwölf provisorische Parkplätze weg.

Die beiden Bauvorhaben treffen nun wegen der zeitlichen Verzögerungen in den Bädern aufeinander. Die Stadt ist sich der unglücklichen Lage sehr wohl bewusst: «Der Zeitpunkt ist nicht mehr ideal», räumt Katrin Reimann, Gesamtprojektleiterin Bäder, ein. Eine Verschiebung auch der Bäderstrasse-Sanierung sei jedoch aufgrund der Verträge sowie der eingestellten Ressourcen nicht möglich gewesen.

Viel zu wenig Parkplätze

Dass die Baustellen zeitlich aufeinandertreffen, bringt vor allem ein Problem: Fehlende Parkmöglichkeiten. Die Parkplatzsituation war bereits vor der Baustelle an der Bäderstrasse prekär, jetzt ist sie noch schlimmer. «Wir fragen unsere Gäste schon gar nicht mehr, wie ihre Anfahrt zu uns war», sagt Lorenz Diebold, Direktor des Hotels Limmathof. «Wir spüren den Ärger und können doch nichts dagegen tun. Das ist frustrierend.»

Allem Missmut zum Trotz sehen die Wirte und Hoteliers aber auch Möglichkeiten, wie man die Situation verbessern könnte. Diebold wurde bereits einige Male aktiv und unterbrachte der Stadt Lösungsansätze. Beispielsweise könnte man aus dem Mättelipark einen Kiesplatz erstellen und so rund 50 Parkplätze schaffen. Oder die Schiefe Brücke werde während dieser Zeit für den Verkehr geöffnet. «Die Polizei könnte auch einfach mal ein Auge zudrücken, wenn die Autos ein wenig schief abgestellt sind», sagt Diebold. Schliesslich sei die Situation ja nur vorübergehend. All die Vorschläge hätten bisher nichts genützt. «Die Stadt versucht zwar, Lösungen zu finden. Aber es bleibt eben beim Versuch.»

Mit seinem Frust ist Diebold nicht alleine. Auch die Betreiber der «Blume», des «Goldenen Schlüssels» und des «Hörnli» ärgern sich über die nichtvorhandenen Parkplätze. «Das Quartier ist tot. Es hat kaum noch Touristen oder Spaziergänger. Das Chaos herrscht», sagt Jose Luis Fraile, Wirt des «Don Jose», ehemaliges Restaurant Hörnli. Er resigniert: «Wir können es nicht ändern. Ich hoffe einfach, es geht jetzt alles schnell und die Situation normalisiert sich bald wieder.»

René Marti, Betreiber des «Kafi Zwoi», hat mit der Sanierung der Bäderstrasse noch ein ganz anderes Problem: Die Signalisation für die Baustelle befindet sich direkt vor seiner Gartenwirtschaft. Das «Kafi Zwoi» zahlt der Stadt für den Aussenplatz während des Sommerhalbjahres Miete. «Die Stadt hat zwar für einen Monat von der Miete abgesehen, aber das reicht uns nicht», sagt Marti. «Die Kommunikation ist allgemein enttäuschend. Wir wurden kaum informiert.» Einen Lichtblick gibt es trotzdem: Über die Römerstrasse und den Kurpark erreichen Gäste das Café, ohne einer Baustelle zu begegnen.

Der Ausnahmezustand im Bäderquartier dauert voraussichtlich bis im August. Danach stehen zumindest wieder die zwölf Parkplätze an der Bäderstrasse zur Verfügung. Ursprünglich war laut Gesamtprojektleiterin Katrin Reimann im Zusammenhang mit den Bädern auch eine neue Gestaltung der Zugangsstrasse angedacht. Aus finanziellen Gründen sei davon aber abgesehen worden. Die Wirte und Hoteliers sind sich einig: Immerhin werde das Quartier ab 2021, wenn das neue Bad fertiggestellt ist, wieder aufgewertet.

So sieht es in der Baustelle im Bäderquartier aktuell aus:

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