Spreitenbach

Neuer Gemeindepräsident, neuer Gemeinderat: vier Kandidaten im Vergleich

Die vier Kandidaten für Spreitenbach im Direktvergleich.

Die vier Kandidaten für Spreitenbach im Direktvergleich.

Trotz Coronakrise wählen die Spreitenbacher Stimmberechtigten am 17. Mai einen Nachfolger für Valentin Schmid. Zwei Gemeinderäte stellen sich zur Wahl. Derweil kämpfen zwei weitere Kandidaten um einen Gemeinderatssitz.

Spreitenbachs Gemeindepräsident Valentin Schmid (FDP) gab im Januar nach acht Jahren im Amt seinen Rücktritt bekannt. Deshalb müssen die Stimmberechtigten am 17. Mai einen neuen Präsidenten wählen. Weil sich zwei bisherige Gemeinderäte bewerben, wird auch eine neue Person für den frei werdenden Gemeinderatssitz gesucht. Wir stellen die vier Kandidaten vor.

Kandidiert als Gemeindepräsident: Markus Mötteli (CVP), 61 Jahre.

Kandidiert als Gemeindepräsident: Markus Mötteli (CVP), 61 Jahre.

Warum sind Sie prädestiniert für dieses Amt?

Durch meine Arbeit als Gemeinderat und Vizepräsident kenne ich das Anforderungsprofil sehr gut. Ich habe politische Erfahrungen in allen gemeindespezifischen Bereichen, in der Schulpflege, als Mitglied der Finanzkommission sowie im Bauressort. Es braucht politische Erfahrung und jemanden, der lösungsorientiert arbeitet – beide Qualitäten bringe ich mit.

Was bedeutet Ihnen Spreitenbach?

Spreitenbach ist meine Heimat. Ich bin hier aufgewachsen. Seit 1964 entwickelte sich die Gemeinde rasant: Ich kenne noch das Bauerndorf mit etwas über 1000 Einwohnern, inzwischen lebe ich in einer urbanen Agglomerationsgemeinde mit rund 12'000 Einwohnern. Die dafür notwendigen, mutigen Entscheide von damals beeindrucken mich. Ich bin stolz auf unsere Gemeinde.

Spreitenbach ist hin und wieder in den Schlagzeilen – nicht unbedingt positiv. Was kann getan werden, um das Aussenbild zu optimieren?

Wir müssen den eingeschlagenen Weg konsequent weiter­gehen. Mit den Entscheiden der letzten Jahre nähern wir uns in kleinen Schritten einer besseren Aussenwahrnehmung. Wir müssen die Ent­wicklungen in Siedlung, Verkehr und Finanzkraft so steuern, dass die Gemeinde nicht nur für Arbeitsplätze attraktiv bleibt, sondern auch fürs Wohnen attraktiver wird.

Was liegt Ihnen im Dorf besonders am Herzen?

Was liegt mir an Spreitenbach nicht am Herzen? Ich kann nur Einzelnes aufzählen, aber niemals abschliessend: die Vielfältigkeit, das Zusammenleben der Kulturen, das Vereinsleben, komplette Versorgung und Naherholung und so vieles mehr. Spreitenbach ist ausserdem eine kompakte Gemeinde der kurzen Wege. Ich kann von meiner Wohnung alles zu Fuss erreichen.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für die Gemeinde?

Leider haben wir (noch) nicht die Finanzkraft, die wir uns wünschen. Spreitenbach muss als attraktiver Wohnort gefördert werden. Wir investieren trotz angespannter Finanzlage aktuell viel in die Infrastruktur. Wichtig ist mir, dass der Wert von neuen und alten Bauten erhalten bleibt. Die stetig steigenden Kosten im Gesundheits- und Sozialbereich bereiten mir ein ungutes Gefühl.

Kandidiert als Gemeindepräsident: Marcel Lang (parteilos), 44 Jahre.

Kandidiert als Gemeindepräsident: Marcel Lang (parteilos), 44 Jahre.

Warum sind Sie prädestiniert für dieses Amt?

Spreitenbach braucht einen Macher. Ich bin zupackend, gradlinig und fokussiert. Ausserdem ist der Umgang mit Menschen meine grosse Stärke. Durch meine Ressorts Gesundheit, Soziales und Vereine bin ich nahe am Puls der Bevölkerung. Mein Alter ist auch ein Vorteil. Ich bin noch jung und hungrig, verfüge aber auch über die nötige Lebenserfahrung für dieses Amt.

Was bedeutet Ihnen Spreitenbach?

Durch die Ansiedelung des Geschäfts meines Partners und mir im Jahr 2004 wurde Spreitenbach zu meinem neuen Wohnort. Als Vereinsmensch nehme ich gerne am Dorfleben mit all seinen Facetten teil. Inzwischen kann ich mir überhaupt nicht mehr vorstellen, in einer anderen Gemeinde zu leben. Kurz und bündig: Spreitenbach liegt mir sehr am Herzen.

Spreitenbach ist hin und wieder in den Schlagzeilen – nicht unbedingt positiv. Was kann getan werden, um das Aussenbild zu optimieren?

Das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Kulturen sowie die Zufriedenheit der Bevölkerung ist ein entscheidender Faktor, damit ein positives Aussenbild in die Region getragen werden kann. Dafür ist aber auch jeder Einzelne verantwortlich. Ausserdem wird die Limmattalbahn unser Dorf wirtschaftlich stärken und aufwerten. Wir werden gesellschaftlich davon profitieren.

Was liegt Ihnen im Dorf besonders am Herzen?

Ganz klar: die Menschen, die Bevölkerung, der Zusammenhalt im Dorf. Zudem geniessen wir ein hervorragendes Vereinsleben, haben ein wunderbares Naherholungsgebiet mit Heitersberg, Franzosenweiher und Limmat. Dazu müssen wir Sorge tragen, und das gilt es zu pflegen.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für die Gemeinde?

Spreitenbach erlebt zurzeit einen massiven Bauboom. Dieses Wachstum muss nachhaltig, aber auch sozialverträglich gestaltet werden. Die richtige Balance zwischen den Interessen der Wirtschaft und den Bedürfnissen der Bevölkerung zu finden, wird zentral sein. Durch die Coronapandemie werden wir ausserdem vor neue Tatsachen gestellt, deren Auswirkungen noch unklar sind.

Kandidiert als Gemeinderat: Edgar Benz (SVP), 58 Jahre.

Kandidiert als Gemeinderat: Edgar Benz (SVP), 58 Jahre.

Warum sind Sie prädestiniert für dieses Amt?

Als alt Grossrat und Mitglied der Sozial- und Finanzkommission habe ich mich schon seit langem politisch engagiert. Auch als Parteipräsident der SVP-Ortspartei verfolge ich unsere politische Landschaft von kommunaler bis Bundesebene. Ich bringe einen gewissen «Rucksack» an Erfahrung mit, bin konsensfähig und habe genügend Selbstvertrauen, um meine Meinung zu vertreten.

Was bedeutet Ihnen Spreitenbach?

Spreitenbach bedeutet für mich Heimat, Menschen, Wohnraum – und Zusammenleben. Neben der guten Verkehrsanbindung und den Einkaufsmöglichkeiten bietet Spreitenbach auch Arbeitsplätze, Schulen und Naherholungsgebiete. Alles in allem findet man ein städtisches Outfit mit ländlichem Charakter und viele verschiedene Kulturen, die hier zusammen leben.

Spreitenbach ist hin und wieder in den Schlagzeilen – nicht unbedingt positiv. Was kann getan werden, um das Aussenbild zu optimieren?

Für uns Einwohner müsste man nichts am Bild von Spreitenbach ändern, wir sehen das Dorf so wie wir (oder die meisten) es lieben. Ich glaube mit einer (noch) besseren Identifikation der Menschen mit ihrer Wohngemeinde könnte man das Gute wie ein Virus schneller nach aussen verteilen. «Was kannst du für deine Heimat tun?» Diese Frage sollte man sich stellen.

Was liegt Ihnen im Dorf besonders am Herzen?

Spreitenbach soll seinen Dorfkern und den ländlichen Charakter behalten. Unser Dorf soll lebenswert bleiben. Und dies, ohne den Fortschritt und ein gemässigtes Wachstum aus den Augen zu verlieren.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für die Gemeinde?

Die grossen finanziellen (oft nicht beeinflussbaren) Auf­gaben zu stemmen, ist eine grosse Herausforderung. Die Infrastruktur darf dabei nicht vernachlässigt werden und wir müssen den besten Nutzen aus dem Projekt Limmattalbahn ziehen. Ausserdem wäre einer meiner grössten Wünsche, einige Bausünden aus den Urzeiten zu korrigieren.

Kandidiert als Gemeinderat: Erhard Fricker (parteilos), 69 Jahre.

Kandidiert als Gemeinderat: Erhard Fricker (parteilos), 69 Jahre.

Warum sind Sie prädestiniert für dieses Amt?

Ich bin überzeugt davon, dieses Amt ausführen zu können, weil ich Freude an der Politik habe und mich für das Volk ein­setze – einschliesslich schwächere und ältere Menschen. Ich will einen Beitrag zum Wohle der Bevölkerung leisten und bringe grosse Lebenserfahrung mit. Ich war im Polizeiinspektorat tätig und Leiter eines Polizeigefängnisses. Ich weiss mich durchzusetzen.

Was bedeutet Ihnen Spreitenbach?

Spreitenbach bedeutet mir sehr viel. Ich lebe seit sieben Jahren hier, und das sehr gerne, ich fühle mich wohl. Man hat viele kulturelle Möglichkeiten. Ausserdem ist Spreitenbach eine Mischung aus Dorf und Stadt und wir sind geografisch gut gelegen. Das finde ich sehr spannend.

Spreitenbach ist hin und wieder in den Schlagzeilen – nicht unbedingt positiv. Was kann getan werden, um das Aussenbild zu optimieren?

Ich denke, es ist ein Sprach­problem. Damit die Menschen einen besseren Draht zur Gemeinde und anderen Spreitenbachern finden, sollten dorfansässige Einwohner mit Migrationshintergrund wichtige Informationen der Gemeinde für andere in ihre Muttersprachen übersetzen, damit wirklich alle verstehen, was es für ein besseres Zusammenleben braucht.

Was liegt Ihnen im Dorf besonders am Herzen?

Mir liegt am Herzen, dass der Dorfkern erhalten bleibt und zu den verschiedenen Anlagen Sorge getragen wird. Ausserdem will ich dazu beitragen, dass die Bevölkerung auch die Dienstleistungsbetriebe und Einrichtungen, die im Dorf angesiedelt sind, unterstützt, damit auch deren Überleben gesichert ist.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für die Gemeinde?

Diese sehe ich beim Zusammenleben in unserer Multi­kulti-Gemeinde. Auch andere Transportmöglichkeiten, um in Zukunft vom Dorf zur Limmattalbahn zu gelangen, wären wichtig. Nicht alle sind gut zu Fuss. Eine grosse Herausforderung ist auch, dass Spreitenbach sauber bleibt. Die Einwohner sollen dazu aufgefordert sein, zum Wohle des Gesamtbilds ihren Beitrag zu leisten.

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