Spreitenbach

Neuer Gemeindepräsident Marcel Lang: «Ich attestiere mir einen grösseren Weitblick»

Marcel Lang (l.) mit seinem Vorgänger Valentin Schmid am Tag nach der Wahl im Gemeindehaus.

Marcel Lang (l.) mit seinem Vorgänger Valentin Schmid am Tag nach der Wahl im Gemeindehaus.

Spreitenbachs neuer Gemeindepräsident Marcel Lang sagt im Gespräch, warum seine Herkunft ein Vorteil ist und wie er den Puls des Volkes spüren will.

Seit Sonntag ist der parteilose Marcel Lang, 45, der neue Gemeindepräsident von Spreitenbach. Wegen der Coronakrise feierte er die Wahl gemeinsam mit seinem Partner im kleinen Rahmen bei sich zu Hause im Garten.

Haben Sie trotz Coronaeinschränkungen gut gefeiert?

Marcel Lang: Bis spät nachts sind Menschen vorbeigekommen, um mir zu gratulieren. Die letzten beiden Stunden haben mein Partner und ich damit verbracht, die 16 Jahre hier in Spreitenbach Revue passieren zu lassen.

Sie sind gemeinsam mit ihm 2004 nach Spreitenbach gezogen, sind also anders als Ihre Vorgänger nicht gleich verwurzelt im Dorf. Sehen Sie das als Vor- oder Nachteil?

Ganz klar als Vorteil. Mein Wahlslogan war nicht umsonst «Frischer Wind für Spreitenbach». Ich sehe es als Chance, dass ich etwas unbeschwerter an gewisse Themen herangehen kann, weil ich nicht hier aufgewachsen bin. Ich attestiere mir dadurch einen grösseren Weitblick.

Sie sind in Zürich geboren. Was wussten Sie über das Dorf, bevor Sie hierher zogen?

Ich lebte davor sieben Jahre in Würenlos, also gleich im Nachbardorf. Wie so viele kannte ich vor allem das Shoppingcenter und die Ikea.

Und wie haben Sie Spreitenbach besser kennen gelernt?

Als begeisterter Vereinsmensch habe ich mich von Beginn weg sehr schnell im Dorf integriert. Spreitenbach ist eine sehr offene Gemeinde. Das Zusammenleben der verschiedensten Kulturen empfinde ich als sehr schön. Weil ich ein politischer Mensch bin, begann ich mich vor vier Jahren in der Sozialkommission zu engagieren, um nur ein Jahr darauf in den Gemeinderat gewählt zu werden.

Drei Jahre später sind Sie gar Gemeindepräsident. Was denken Sie, woran liegt es, dass Sie bei der Bevölkerung so gut ankommen?

Ich bin ein ehrlicher, geradliniger Mensch, aber immer auch offen für andere Meinungen. Ausserdem habe ich ein gutes Gespür für Menschen. Ich bin mir sicher, wer mit Empathie und Freundlichkeit durchs Leben geht, erhält das auch zurück. Mich hat das klare Resultat überrascht, aber es zeigt mir auch, dass die Menschen Vertrauen in mich haben. Dafür bin ich sehr dankbar.

Spreitenbach ist in den letzten Jahren sehr gewachsen. Es entstanden einige grössere Überbauungen, die Limmattalbahn ist im Bau. Die Bevölkerung hat an der Gmeind im Januar weiteres Wachstum vorläufig gestoppt. Ihre Gedanken dazu?

Die Weiterentwicklung einer Gemeinde ist ein Thema, das viel Fingerspitzengefühl verlangt. In welchem Tempo soll ein Dorf wie Spreitenbach wachsen? Das deutliche Nein zum Zentrum Neumatt hat gezeigt, dass es vielen Spreitenbachern zu schnell geht. Auch deshalb ist es mir besonders wichtig, den Puls des Volkes zu spüren. Ich möchte in meiner Amtszeit einen offenen Austausch mit der Bevölkerung fördern.

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