Dietikon/Spreitenbach

Neue Hoffnung: Wird der Bruno-Weber-Park doch noch gerettet?

Es bleibt dabei: Der Park wird am Montag geschlossen. Wahrscheinlich aber nur vorübergehend.

Nur noch zwei Tage ist der Bruno-Weber-Park geöffnet, danach soll Schluss sein mit dem Freilichtmuseum am Dietiker Waldrand. So beschloss es die Aargauer Stiftungsaufsicht im August, als klar wurde, wie immens der Sanierungs- und Investitionsbedarf ist.

Doch nun gibt es Anzeichen, dass sich die Wolken am Horizont vielleicht doch noch verziehen. Die kommissarische Stiftungsrätin Brigitte Bitterli zumindest zeigt sich um einiges hoffnungsfroher als auch schon: «Ich bin überzeugt, dass der Parkbetrieb früher oder später — in welcher Form auch immer — wieder aufgenommen werden kann.» Zurzeit seien alle Beteiligten «mit Hochdruck» auf der Suche nach Lösungen.

«Es tut sich sehr viel im Hintergrund», sagt Bitterli. Bis klare Ergebnisse vorlägen, will sie noch nichts über den Inhalt der Verhandlungen sagen. Für sie sei jedoch von Anfang an klar gewesen, dass die Bestellung eines neuen Stiftungsrats erste Priorität hat. «Natürlich würden wir eine Millionenspende auch ohne neuen Stiftungsrat nicht ablehnen, doch eine solche ist leider nicht in Aussicht.»

Laut dem Spreitenbacher SP-Grossrat Martin Christen, der dem Komitee zur Rettung des Skulpturenparks vorsteht, hat die Stiftungsaufsicht mittlerweile offene Ohren für eine Neubesetzung des Stiftungsrats. «Frau Bitterli hat an sich ja dieselben Interessen wie wir: dass es mit dem Park weitergeht.» Auch er gibt zu bedenken, dass zurzeit noch nichts entschieden sei. «Doch es gibt ganz klar positive Signale.» So hätten sich bereits mehrere Personen dazu bereit erklärt, sich der maroden Stiftung anzunehmen. Noch würden aber sowohl deren definitiven Zusagen sowie das Okay der Stiftungsaufsicht fehlen. «Es ist vieles in der Schwebe. Doch es besteht Hoffnung.»

Derweil nimmt auch die Bereitschaft in der Bevölkerung, sich für den Erhalt des Parks einzusetzen, nicht ab. 14 000 Unterschriften kamen mittlerweile für eine Petition zu dessen Rettung zusammen. Und auch der Besucheransturm riss in den vergangenen Tagen nicht ab. 7000 Leute strömten im September in den Park, allein am Sonntag waren es 1400. Das beeindruckt auch Bitterli. «Der Park hat enormes Potenzial, das zeigen die vielen Besucher und Unterschriften.» Doch dass der Park vielen Leuten ein Anliegen ist, weiss sie schon lange — «nur», sagt sie, «nützt das alleine leider noch nicht viel. Nicht, solange das Geld für die Sanierung fehlt».

Tatsächlich sind die Probleme im Park des 2011 verstorbenen Künstlers vielerlei: Einerseits sind die Betonskulpturen in die Jahre gekommen und müssen teilweise dringend saniert werden. Dazu kommen Uneinigkeiten über die Besitzverhältnisse im Park: Rund zwei Drittel des Anwesens gehört der Familie Weber, der Rest der Stiftung. Differenzen über die Zukunft des Parks haben auch zum geschlossenen Rücktritt des letzten Stiftungsrats im Februar geführt.

Mittlerweile hat sich ein Investitionsbedarf von 2 bis 2,5 Millionen Franken angestaut; mindestens 250 000 wären laut Bitterli sofort nötig. «Zudem braucht es für den Parkbetrieb jährlich rund 200 000 Franken.» Die Krux: Aufgrund der unklaren Verhältnisse sind in den letzten Jahren nicht nur viele der Gönner, ohne die sich der Park schwerlich über Wasser halten kann, abgesprungen. Sie motivieren potenzielle Spender auch nicht gerade, die nötigen Gelder aus der Hand zu geben.

Deshalb besteht Bitterli trotz allem auf der Schliessung: «Solange keine definitive Lösung vorliegt, muss ich leider am Entscheid festhalten, dass der Parkbetrieb ab kommendem Montag zumindest vorläufig eingestellt wird.» Darin sieht sie aber auch eine Chance: «So kann man sich den Winter über in Ruhe daran machen, Lösungen für die anstehenden vielschichtigen Probleme zu suchen, klare Strukturen zu schaffen und ein Konzept zu erarbeiten.»

Bruno-Weber-Park Besucheransturm

Bruno-Weber-Park Besucheransturm

Meistgesehen

Artboard 1