«Sehen sie nicht fesch aus in ihren Uniformen», murmelt eine begeisterte Besucherin und zupft ihre Sitznachbarin am Ärmel. «Ja, so zackig und auch ein bisschen sexy», bestätigt diese ganz leise. Die beiden etwas in die Jahre gekommenen Damen konnten sich kaum sattsehen an dem Militärspiel Baden. Dieses spielte am Sonntagabend im Kurtheater. Dabei sorgte das überregionale Blasorchester für gute Stimmung und tosenden Applaus unter den Zuhörern. Gleich zu Beginn spielten die 50 Männer und Frauen die Nationalhymne – vor stehendem Publikum, wohlverstanden.

Josef Sieber, Vizepräsident des Militärspiels begrüsste die, trotz sonnigem Frühlingswetter, zahlreich erschienenen Musikliebhaber und moderierte mit viel Charme und noch mehr Witz durch das fast eineinhalb stündige Konzertprogramm.

Spanisch unter neuer Führung

«Was für ein Geschenk, dass uns das Badener Publikum so begeistert empfangen hat», sagt der Dirigent Markus Hauenstein nach Konzertende. Verdient hat das Militärspiel den Applaus allemal, haben sie doch an den vergangenen Wochenenden heftigst geübt, geprobt und ambitioniert auf das Konzert hingearbeitet.

Der gewählte Themenschwerpunkt «Spanien» war perfekt ausgesucht, denn Emotionen und Leidenschaften sind immer ein dankbares Ausgangsthema. Rhythmisch höchst anspruchsvoll war sicher, was die Tempiwechsel anging, die «Carmen Suite» von Georges Bizet. Thomas Räber als souveräner Solist konnte mit seiner Trompete beim anspruchsvollen Stück «Macarena» von Bernardo Bautista Monterde überzeugen, sodass die Zuhörer eine Zugabe forderten. Mit Markus Hauenstein steht das Militärspiel unter erfahrener neuer Leitung. Der aus Endingen stammende Dirigent besuchte während zehn Jahren die nationale Jugend Brass Band Schweiz. Seinen Militärdienst absolvierte er bei der Swiss Army Brass Band und stellte seine solistischen Fähigkeiten mit dem ersten Rang am schweizerischen Solistenwettbewerb 2000 in Langenthal unter Beweis. Kein Wunder, wird er auch als «Tuba-König» gehandelt. Hauenstein schloss seine Studien mit dem Lehr- und Orchesterdiplom ab und vertiefte sein Fachwissen an der Hochschule der Künste in Bern. Der umtriebige Musiker hat auch im Militärspiel bereits tiefgreifende musikalische Spuren hinterlassen.

Ein aufgehender Stern am Musikhimmel des Blasorchesters ist die 14-jährige Klavierspielerin Jasmin Schlegel. Für das ambitionierte Jungtalent aus Tegerfelden, war der Konzertauftritt garantiert richtungsweisend. Hatte sie doch zwei Einsätze bei den Stücken «Danzon No 2» von Arturo Marquez und «El Camino Real» von Alfred Reed. «Mir ist es sehr wichtig, auch die junge Generation zu fördern», sagt Markus Hauenstein. «Es ist schön, zu sehen wie sich auch die jungen Musikerinnen und Musiker für diese Art der Musikrichtung begeistern können», sagt Hauenstein abschliessend.