Baden

Nächster Coup für die Langmatt – Rose Wylie stellt ihre Werke aus

Rose Wylie in ihrem Atelier. Die britische Künstlerin geht ihren eigenen Weg – unabhängig von Erwartungshaltungen.

Rose Wylie in ihrem Atelier. Die britische Künstlerin geht ihren eigenen Weg – unabhängig von Erwartungshaltungen.

Im Herbst 2020 sind die Werke der «britischen Starkünstlerin» im Badener Museum zu bestaunen.

Seit gut vier Jahren ist Markus Stegmann Direktor des Museums Langmatt in Baden. In dieser Zeit ist es ihm auf eindrückliche Art und Weise gelungen, dem Museum – trotz akutem Sanierungsbedarf – neues Leben einzuhauchen, indem es immer wieder namhafte Künstlerinnen und Künstler in die Langmatt locken konnte.

Sein neuster Coup: Kommenden Herbst 2020 zeigt die Langmatt die erste Einzelausstellung der britischen Starkünstlerin Rose Wylie in der Schweiz. «Die 85-jährige Künstlerin aus Kent gilt als eine der bedeutendsten britischen Künstlerinnen der Gegenwart, obwohl sie den internationalen Durchbruch erst im hohen Alter erreichte, unter anderem mit viel beachteten Ausstellungen in der Tate Britain 2013 und in der Serpentine Gallery 2017», schreibt das Museum.

Ihre grossformatigen Gemälde würden zwischen surrealem Pop und wildem Punk oszillieren. «Aus einem breiten Repertoire von Motiven aus Populärkultur, Zeitungsmeldungen und Alltagsleben destilliert die Künstlerin prägnante Szenen, die humorvoll und manchmal auch kritisch das aktuelle Zeitgeschehen kommentieren.»

Bedeutendste Künstlerin in der Langmatt seit Pipilotti Rist 2010

Langmatt-Direktor Markus Stegmann ist spürbar stolz, Rose Wylie für das Museum Langmatt gewonnen zu haben. «Es ist schwierig, an Kunstschaffende dieser Klasse heranzukommen.» Seit Pipilotti Rist 2010 sei die britische Künstlerin die bedeutendste Künstlerin, die in der der Geschichte der Langmatt ausstelle.

Doch wie ist Stegmann dieser Coup gelungen? «Ich verfolge die Laufbahn der Künstlerinnen und Künstler seit vielen Jahren sehr genau, um den richtigen Moment – sowohl für die Künstlerin, wie auch für uns – zu erwischen.»

Geholfen hätten ihm sicher die Ausstellungen von Norbert Bisky (2018) und dieses Jahr von Margot Berman. «Und auch die Tatsache, dass die Langmatt einen britischen Ursprung hat, wohnte hier doch die Gründerfamilie der BBC, Jenny und Sidney Brown.» Vor allem sei Wylie vom historischen Gebäude begeistert gewesen.

Ein «noch prominenterer Künstler» wird 2021 erwartet

Letzte Woche hat Stegmann die Künstlerin in Kent kennen gelernt. «Eine absolut eindrückliche Begegnung. Sie ist mit ihren 85 Jahren immer noch hellwach und vital, auch wenn sie keine Reisen mehr unternimmt.» Was ihm besonders imponiert habe, sei die Tatsache, dass die Künstlerin trotz hohem Alter immer noch staune wie ein Kind.

«Und sie ist eine Künstlerin, die konsequent das macht, was sie für richtig hält, völlig unabhängig davon, was andere oder der Kunstmarkt von ihr erwarten.» Rose Wylie zeige eindrucksvoll, wie unbeschwert und unverstellt Malerei heute sein könne.

«Ihre Bilder berühren mit seltener Leichtigkeit und spielerischer Naivität. Lustvoll und energetisch fabulieren sie von Leben und Tod, Liebe und Verlust, Freude und Trauer. Und plötzlich verlassen die traditionsreichen Themen der Kunstgeschichte ihren Sockel und begegnen uns überraschend auf Augenhöhe.

Stegmann freut sich auch deshalb auf Rose Wylie, weil dies eine weitere Referenz für die Langmatt sein wird. «Darauf kann man aufbauen», so Stegmann, der für 2021 bereits einen «noch prominenteren Künstler» in Aussicht stellt, ohne aber jetzt schon den Namen zu verraten.

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