Fislisbach

Nach Doppelrücktritt: In Fislisbach dreht das Kandidatenkarussell

In Fislisbach treten Ammann und Vizeammann nicht mehr zu den Gesamterneuerungswahlen im Herbst 2017 an. AZ/Archiv WAL

In Fislisbach treten Ammann und Vizeammann nicht mehr zu den Gesamterneuerungswahlen im Herbst 2017 an. AZ/Archiv WAL

Gemeinderat Peter Huber liebäugelt mit dem Ammann-Sitz von Silvio Caneri, der Ende Jahr frei wird.

Gemeinderat Peter Huber liebäugelt mit dem frei werdenden Ammann-Sitz

Gemeinderat Peter Huber liebäugelt mit dem frei werdenden Ammann-Sitz

Dass gleichzeitig Gemeindeammann und Vizeammann ihren Rücktritt bekannt geben, kommt nicht oft vor. Doch genau das ist Anfang März in Fislisbach geschehen: Nach zwölf Jahren als Gemeindeammann tritt Silvio Caneri (CVP) nicht mehr zu den Gesamterneuerungswahlen für die Amtsperiode 2018/2021 an. Zudem verzichtet Antonino Colacino (Dorf Forum) nach drei Jahren als Vizeammann auf eine Wiederwahl.

Nun meldet Gemeinderat Peter Huber (parteilos) als erster Kandidat seine Ambitionen an: «Als ich vor vier Jahren in den Gemeinderat gewählt worden bin, war für mich klar, dass ich einmal für das Ammann-Amt kandidieren möchte.» Und jetzt sei eine gute Gelegenheit, sagt der 61-Jährige. Unterstützung erhält er von seinen beiden Gemeinderatskollegen Hanspeter Zaugg (FDP) und Andreas Mahler (GLP): Nachdem klar war, dass Caneri und Colacino nicht mehr antreten werden, sind die drei Gemeinderäte zusammengesessen und haben das weitere Vorgehen besprochen. «Dabei kamen wir relativ schnell zum Schluss, dass ich mich für das Ammann-Amt in Stellung bringen werde», sagt Huber. Zum einen, weil beruflich für den Gesamtprojektleiter bei Transtec Gotthard nach der Inbetriebnahme des 57 Kilometer langen Basistunnels eine Projektphase zu Ende geht – und er nun deshalb mehr Zeit für Dorfpolitik hat. Zum anderen, weil der Gemeinderat Ende letzten Jahres mit der Überprüfung der Gemeindeorganisation begonnen hat. Damit sollen unter anderem die Kompetenzen zwischen Gemeinderat und Verwaltung besser ausgerichtet werden. Huber: «Diese Idee würde ich als Ammann gerne weiterverfolgen und verwirklichen.»

Den ETH-Ingenieur, der sich selber als «Mann der Veränderungen» bezeichnet, reizt am Ammann-Amt auch, dass er sich gezielt für die Dorfentwicklung einsetzen kann. «Vieles läuft bereits gut, doch wir haben noch Luft nach oben», sagt der gebürtige Zürcher, der 1988 mit seiner Familie nach Fislisbach zog.

Die Nachfolge von Vizeammann Colacino ist hingegen noch offen. «Beide verbleibenden Mitglieder des Rates können es sich zwar vorstellen, warten jedoch noch ab, ob sich gegebenenfalls weitere Personen für das Amt interessieren», sagt Huber. Man sei aber verschiedentlich im Gespräch mit Interessierten, auch was die beiden frei werdenden Gemeinderatssitze angeht. Dabei merkt Huber an, dass es schön wäre, «wir hätten wieder einmal Frauen in der Exekutive».

Exekutive organisiert Info-Anlass

Auch der Gemeindeammann selber hat sich Gedanken gemacht, in welcher Besetzung sich die Exekutive in Zukunft präsentieren könnte. Doch Caneri möchte sich nicht aus dem Fenster lehnen und keine Namen nennen. Auf die Frage, ob es innerhalb der CVP – der noch einzig aktiven Partei in Fislisbach – Interessierte auf die freiwerdenden Ämter gebe, sagt er: «Noch ist es zu früh.» Im Gegenzug verweist Caneri auf die Informationsveranstaltung, die der Gemeinderat am 30. Mai um 19 Uhr in der Aula des Schulhauses Leematten organisiert. Dann wird die Exekutive die Gemeindetätigkeiten vorstellen und erläutern, welcher Aufwand hinter einem Gemeinderatsamt steckt und welche Voraussetzungen es braucht. Auch wird aufgezeigt, welche Aufgaben etwa Mitglieder der Schulpflege, der Bau-, Finanz- oder Steuerkommission haben.

«Normalerweise sind es die Parteien, die mobilisieren und die Ämter schmackhaft machen», erklärt der Gemeindeammann. Doch weil die CVP die einzig aktive Ortspartei sei, habe der Gemeinderat die Sache gleich selber in die Hand genommen. «Vielleicht weckt der Anlass bei jemandem Interesse auf mehr. Die Gemeinderats- oder Kommissionsarbeiten sind sehr befriedigende, lehrreiche und tolle Aufgaben», sagt Silvio Caneri.

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