Schneidend durchbrachen die Bläsersätze die Stille, um langsam in melodiöse Klänge überzugehen. «Die Traum-Maschine» ist der Titel des dreiviertelstündigen Werks für Blasorchester und Erzählerin des deutschen Nachwuchskomponisten Thiemo Krass. Nadine Garnitschnig aus Gebenstorf, Schauspielerin und gelernte Radiomoderatorin, trat am Samstag nicht nur als Erzählerin des Märchens auf. Sie mimte auch ausdrucksstark den Professor Träumli, welcher mit seinem Assistenten Tollpi eine Maschine erfindet, mit der man durch die Zeit reisen kann. Die Darstellerin begeisterte damit nicht nur die anwesenden Kinder im Saal, sondern das gesamte Publikum.

Das Orchester umrahmte die Aufführung mit zwölf anspruchsvollen sinfonischen Sätzen, welche teils fliessend ineinander übergehen. Die «Traum Maschine» sei ein spezifisches Werk für Kinder, erklärte Dirigent Christian Noth. Der Komponist hätte speziell darauf geachtet, dass alle Instrumente des Blasorchesters solistisch vorgestellt werden und so die Kinder die Klangfarben und Charaktere der Instrumentengruppen kennenlernen könnten, so Noth weiter.

Erstklässler malten Sujets

Tatsächlich befand sich eine ganze Kinderschar im Publikum der Aufführung. Spezielle Polstergruppen direkt vor der Bühne waren extra für sie eingerichtet worden. Damit aber nicht genug. 17 Kinder der ersten Schulkasse in Villnachern hatten zuvor unter der Leitung ihrer Lehrerin Judith Nutter typische Sujets aus der «Traum Maschine» gemalt. Diese Kinderzeichnungen wurden passend zu den jeweiligen Szenen von der Regie auf der grossen Leinwand des Trafosaales gezeigt. Die Konzertbesucher kamen in den Genuss einer wirklich tollen und umfassenden Darbietung.

Das Blasorchester gibt es nun seit vier Jahren. 2015 entstand es damals aus der Fusion der Jägermusik Wettingen und der Stadtmusik Baden. Dieses Orchester sei kein Projekt, sondern ein neuer Verein, erklärte Dirigent Christian Noth. Man probe regelmässig und trete an verschiedenen Orten auf, versuche aber, von der traditionellen Blasmusik etwas wegzukommen, um auch andere Arten und neuere Konzertformen zu praktizieren, so Noth.

Nach einer rund stündigen Pause war ein Ausflug in die Kinowelt mit Science Fiction und Fantasy World angesagt. Die Filmmusikstücke der weltbekannten Hits «Back To The Future», «Star Wars» und «Harry Potter» stellten hohe Ansprüche an die Instrumentalisten und forderten auch den Dirigenten. Zum krönenden Abschluss durften die Konzertbesucher dann noch an den Sternen vorbeiziehen mit der Ouvertüre «Starship».