Neuenhof

«Mit Streit gibt es keine Lösungen»: Gemeinderats-Kandidat Tim Voser im Interview

Tim Voser möchte Gemeinderat von Neuenhof werden.

Tim Voser möchte Gemeinderat von Neuenhof werden.

Sieben Kandidaten für zwei freie Gemeinderatssitze in Neuenhof: Wer sind sie? 1. Folge: Tim Voser (FDP).

Nach dem Rücktritt von Susanne Voser als Gemeindeammann und Andreas Muff als Gemeinderat sind am 9. Februar in Neuenhof zwei Gemeinderatssitze zu besetzen. Sieben Kandidaten stellen sich zur Wahl. Wir stellen Ihnen die Kandidaten mit einem identischen (von allen bereits beantworteten Fragekatalog vor). 1. Teil: Tim Voser (FDP).

Wieso wollen Sie Gemeinderat von Neuenhof werden?

Die Leidenschaft an der kommunalen Politik hat mich schon früh gepackt. Ich verbringe bereits mein ganzes Leben in Neuenhof und habe dies auch in Zukunft weiterhin vor. Anstatt nur die Faust in der Tasche zu machen, möchte ich aktiv und in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung die Gemeinde für die kommenden Herausforderungen fit machen.

Wieso sind Sie geeignet für dieses Amt?

Trotz meines jungen Alters darf ich bereits mit einigen Erfahrungen in die Wahlen ziehen. Durch meine Tätigkeit in der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission kenne ich die Abläufe in der Gemeinde bereits gut und durfte in der Partei bereits diverse Führungserfahrungen sammeln. Meine Politik versuche ich immer sachlich und unvoreingenommen zu betreiben, das braucht es im Gemeinderat.

Ihr Kommentar zum überraschenden Rücktritt von Ammann Susanne Voser? Haben Sie den kommen sehen?

An einer Sitzung der Finanzkommission mit dem damaligen Gemeinderat kurz vor den Rücktritten habe ich nichts von der dicken Luft wahrgenommen. Ehrlich gesagt möchte ich nicht mehr Genaueres über die persönlichen Streitereien erfahren. Kommunale Politik muss immer sachlich bleiben, die beiden Rücktritte haben wohl gezeigt, dass persönliche Streitereien keine guten Lösungen mehr liefern können.

Ihr grösste Stärke, Ihre grösste Schwäche?

Meine Freunde würden wohl sagen, dass ich ein offener Mensch bin, gut zuhören kann und immer klare Ziele verfolge. Dafür würden sie wohl von mir behaupten, dass ich mir schon in einigen ernsten Situationen den Humor nicht verkneifen konnte.

Begrüssen Sie die geplante Weiterführung der Limmattalbahn ab Killwangen durch Neuenhof?

Nein, da habe ich eine klare Position. Die aktuelle Linienführung der Limmattalbahn wird die Gemeinde entzweien, behindert das lokale Gewerbe und führt zu unabsehbaren Kosten, die wir uns finanziell im Moment nicht leisten können. Ich bin der Meinung, dass alternative Lösungen wie eine Erhöhung der Kapazitäten im Busverkehr mindestens genauso gut wären wie die Luxusvariante Limmattalbahn.

Heute leben rund 8500 Menschen in Neuenhof. Bis 2030 sollen es über 10'000 sein. Begrüssen Sie diese Entwicklung?

Ich bin überzeugt, dass es keine Frage ist, ob wir die 10'000 Einwohner erreichen oder nicht. Früher oder später werden wir die 10'000-Einwohner-Marke wohl knacken. Die entscheidende Frage ist, wie wir mit dieser Zahl umgehen. Ich bin überzeugt, dass dafür eine regionale Zusammenarbeit vermehrt nötig sein wird.

Soll sich Neuenhof in naher Zukunft mit umliegenden Gemeinden zusammenschliessen. Wenn ja, mit welchen?

Neuenhof muss sich langfristig mit anderen Gemeinden zusammentun. Nur so können wir überregionale Herausforderungen wie die Verkehrssituation oder die Bildung zukunftsfähig meistern und Synergien in der Verwaltung nutzen. Ich bin überzeugt, dass spätestens nach der erfolgreichen Fusion zwischen Baden und Turgi die Gemeinde Neuenhof für Fusionsverhandlungen bereitstehen muss.

Wo sehen Sie als künftiger Gemeinderat die grössten Herausforderungen in Neuenhof?

Als grösste Herausforderung sehe ich unseren Schuldenberg. Ziel der nächsten Jahre muss es deshalb sein, dass die Gemeinde Neuenhof die Schulden ohne Steuererhöhung massiv verringern kann, sodass das Steuergeld der kommenden Generationen nicht nur in die Tilgung der Schulden fliesst. Auf unnötige Investitionen wie beispielsweise die Limmattalbahn soll die Gemeinde Neuenhof auch aus finanziellen Gründen verzichten.

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