Spreitenbach

Masken und Polizisten – aber keine Hygienebeauftragten: So lief der Black Friday im Shoppi Tivoli

Am Freitagmorgen sind bereits die ersten Schnäppchenjäger im Shoppi Tivoli in Spreitenbach.

Am Freitagmorgen sind bereits die ersten Schnäppchenjäger im Shoppi Tivoli in Spreitenbach.

Wenn die Einzelhändler am Black Friday zur grossen Rabattschlacht rufen, strömen die Konsumenten in die Kaufhäuser. Das kann während der Coronapandemie nicht unproblematisch sein. Ein Besuch im Shoppy Tivoli zeigt, dass Black Friday auch nur ein Samstag sein kann.

«Oh nein, jetzt habe ich meine Maske vergessen», beichtet eine junge Frau ihren fünf Freundinnen. Sie stehen mitten im Shoppi Tivoli in Spreitenbach. Der wohl nicht ganz ernst gemeinte Vorschlag, die vorhandenen Masken in den einzelnen Läden abwechselnd zu tragen, wird schnell verworfen. Eine neue Maske muss her, sonst wird das nichts mit der Schnäppchenjagd. Schliesslich ist Black Friday – der Tag, an dem die Einzelhändler getreu nach amerikanischem Vorbild mit mehr oder weniger grossen Vergünstigungen locken.

In früheren Jahren sorgte diese Rabattschlacht mitunter für einen regelrechten Konsumenten-Ansturm, den es in Corona-Zeiten allerdings zu vermeiden gilt. Auch diesen Freitag sollen Abstands- und Hygienemassnahmen auf keinen Fall vergessen gehen. Gerade im Shoppi Tivoli, wo grosse Menschenmassen zum 50-Jahre-Jubiläum unlängst für Kritik sorgten. Man habe allerdings Lehren daraus gezogen, das Schutzkonzept überprüft und angepasst, wie die Geschäftsleitung des Shoppi Tivoli diese Woche mitteilte

Sicherheitspersonal, das die junge Frau allenfalls auf das Fehlen ihrer Maske aufmerksam machen könnte, ist weder an den Eingängen noch im Shoppingcenter zu sehen. Immerhin scheint die Frau die Ausnahme zu sein. Fast alle Besucherinnen und Besucher tragen Schutzmaske – wenn auch nicht zwingend als sogenannter Mund-Nasen-Schutz. Das Tragen der Maske unterhalb der Nase scheint weit verbreitet, erstaunlicherweise selbst bei Laden-Angestellten.

Parkhaus in zwei Stunden beinahe voll

Bereits eine Viertelstunde vor Ladenöffnung haben sich etliche Schnäppchenjäger in der Mall eingefunden. Knapp zwei Stunden später wird das Parkhaus nahezu besetzt sein. Von Menschenmassen zu sprechen wäre allerdings übertrieben. Die Besuchszahlen entsprechen augenscheinlich eher denen eines gut besuchten Samstagnachmittags. Warteschlangen bilden sich kaum, weswegen die vereinzelt am Boden angebrachten Markierungen der Wartezonen zumeist unbeachtet bleiben.

Trotz angespannter Corona-Situation: So wird im Shoppi Tivoli in Spreitenbach das 50-Jahr-Jubiläum gefeiert

Trotz angespannter Corona-Situation: So wurde im Shoppi Tivoli in Spreitenbach das 50-Jahr-Jubiläum gefeiert

Auffällig sind die unterschiedlichen Massnahmen, die von einzelnen Läden betrieben werden, um die maximale Personenzahl nicht zu überschreiten. Während beispielsweise bei H&M ausser einem Hinweisschild keinerlei Massnahmen zu erkennen sind, werden die Besucherströme des Kleiderladens Zara durch einen separaten Ein- und Ausgang kanalisiert. Ein Mitarbeiter weist sogar freundlich darauf hin, wenn eine Kundin versehentlich den Ausgang zum Betreten des Ladens verwendet. Gegenüber bei C&A zählt eine Mitarbeiterin die Kunden mit Hilfe eines Tablets und fordert jeden einzelnen zum Desinfizieren der Hände auf.

Zusatzpatrouillen aber keine Hygienebeauftragten

Vor einem Schuhladen stehen drei junge Männer. Die Masken wurden für ein kurzes Gespräch ans Kinn geschoben. «Ich glaub ich schau noch wegen iPhone», sagt einer. Doch bevor sie sich entscheiden, welches Geschäft sie ansteuern, ziehen sie wie drei Murmeli nach dem Pfiff die Masken rasch übers Gesicht. Zwei Beamte der Kantonspolizei haben die Männer offenbar aufgeschreckt. Der Kanton Aargau hatte bereits im Vorfeld angekündigt, punktuell Zusatzpatrouillen einzusetzen. 

Mitarbeitende eines Sicherheits- oder Reinigungsdiensts sind dagegen ebenso wenig zu sehen wie die von der Geschäftsleitung angekündigten Hygienebeauftragten, die auf Schutzmassnahmen und Maskenpflicht aufmerksam machen sollen und auf Wunsch die Hände der Passanten mit Desinfektionsmittel besprühen. Aber vielleicht ist das auch gar nicht notwendig. Schliesslich scheint es ein ganz normaler Samstag zu sein – nur eben am Freitagmorgen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1