Zum dritten Mal haben es sich die Landwirte Sandro Sozzi und Andreas Benz vom Verein Maislabyrinth zum Ziel gesetzt, etwas Lässiges für Familien und Kinder zu erstellen. Mitte Juni fingen die beiden damit an, den Weg aus dem Labyrinth rauszuschneiden. «Danach mussten wir warten, bis das Mais hoch genug ist», erklärte der Wettinger Gemeinderat Sandro Sozzi am Samstag anlässlich des Landwirtschaft-Live-Anlasses. Neben dem Maisfeld ist ausserdem ein Begegnungsort mit Maisbar entstanden.

Über eine Treppe gelangt man auf die neue Aussichts-Plattform und Terrasse. «Es ist toll, wenn man oben sitzt und auf das Labyrinth runterschaut», sagt Sandro Sozzi. Tatsächlich mutet das Labyrinth von oben gesehen weit weniger verwirrend an, als wenn man sich zwischen den hohen Maispflanzen hindurchbewegt. Rund 30 bis 60 Minuten dauert es, bis man sich aus dem Labyrinth «befreit» hat. Mittlerweile sind Familien mit Kindern eingetroffen. Einige machen sich sogleich auf den Weg ins Labyrinth, Andere werfen in der Strohburg mit Stroh um sich. Kleinkinder sitzen im grossen John-Deere-Traktor und kommen aus dem Staunen kaum heraus.

Brücken zwischen Produzenten und Konsumenten

Die beiden Initianten wollen dieses Jahr die Landwirtschaft vermehrt in den Fokus rücken. Auf dem Areal ist ein Lehrrundgang zur Aargauer Landwirtschaft entstanden. Ausserdem, so Sandro Sozzi, finden nach den Schulferien jeweils am Mittwochnachmittag Workshops für Kinder und Familien statt.

Regierungsrat Markus Dieth begrüsste in seiner Ansprache alle Umherirrenden und Ausgang-Suchenden. In der griechischen Mythologie seien Labyrinthe Orte gewesen, wo man Ungeheuer wie den «Minotaurus» eingeschlossen hielt. Das Maislabyrinth hier sei weniger furchteinflössend und eine Attraktion für die Bevölkerung über die Region Baden-Wettingen hinaus. «Der Regierungsrat freut sich über so viel Initiativ-Geist und unterstützt darum das spannende Projekt dieses Jahr mit einem Beitrag aus dem Swisslos-Fonds», so Markus Dieth. Er erwähnte die Brücken, die zwischen produzierender und konsumierender Bevölkerung geschlagen würden. Denn diese seien für das gegenseitige Verständnis eine Hilfe. Auch der Aspekt der Bildung bei diesem Angebot überzeugt den Regierungsrat: «Es ist je länger, desto wichtiger, dass die Jungmannschaft in die Natur herauskommt.»

Auch der Würenloser Gemeinderat Markus Hugi referierte in seiner Rede über die Wünsche der Konsumenten und das Machbare der Produzenten. «In der Landwirtschaft stehen wichtige Auseinandersetzungen an. Zum Beispiel wie viele oder wenige Pestizide zum Einsatz kommen. Ich hoffe, dass Gesellschaft und Politik vernünftige Lösungen finden. Das Maislabyrinth ist ein wichtiger Beitrag dazu.»