Wie schwer ist ein Mammut? Von welchem Tier wurden auch Kieferknochen gefunden? Welche Schulterhöhe hat ein Kleintier? Diese und weitere Fragen können die Besucherinnen und Besucher des Mammutmuseums an der neuen Quizstation beantworten.

Sie gehört zu den interaktiven Neuerungen, die im Niederweninger Museum neu aufgestellt wurden. «Wir dürfen den Anschluss an die Neuzeit nicht verpassen, um das Museum attraktiv zu halten», sagt Rudolf Hauser, Präsident des Fördervereins des Mammutmuseums. Die Antworten auf alle Fragen finden die Besucher, wenn sie in die längst vergangene Zeit der Mammuts im Wehntal eintauchen.

Es gibt aber noch einen Grund für die Erneuerung der Ausstellung: Vor 10 Jahren wurde das Museum eröffnet. Heute ist es ein Dreh- und Angelpunkt der Mammutforschung. «Niederweningen ist eine der wichtigsten Mammut-Fundstätten der Welt», sagt Heinz Furrer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Mammutmuseums. Begonnen hatte alles beim Bau der Wehntalbahn in den Jahren 1890/91. Im «Mammutloch», in Sichtdistanz des Museums, wurden die ersten Mammutknochen gefunden.

Am Anfang stand ein Zufallsfund

Als 2003 an der Murzelenstrasse Häuser gebaut wurden, stiessen die Bauarbeiter auf ein Skelett. Es ist eines der wichtigsten Objekte im Museum. Nur wenige Meter davon entfernt steht die weltweit einmalige Rekonstruktion eines Mammutkalbes. 2004 fanden sich in einer Baugrube am Mammutweg weitere Fossilien des eiszeitlichen Tiers. Die Funde galten als so bedeutende Sensation, dass die Wissenschaft darauf aufmerksam wurde. Heinz Furrer, emeritierter Leiter des paläontologischen Institutes und Museums der Universität Zürich, gehört zu den Mitinitianten des Museums.

Es folgte das wissenschaftliche Projekt «Eiszeiten und Klimawandel der vergangenen 500 000 Jahre im Wehntal». Dabei wurde der Boden bis zum Fels seismisch untersucht. Unter anderem wurde ein Sondiergraben ausgehoben und dabei fanden die Forscher Knochen und Zähne des zehnten Mammuts. Das Museum entwickelte sich zur einmaligen Dokumentation aller Forschungsergebnisse. Dem Geologen Hans Rudolf Graf ist es zu verdanken, dass die Welt der Mammuts auch Teil der Literatur wurde, 2012 publizierte er seinen Krimi «Mammuthus».

Das Wochenende des Jubiläums

In den zehn Jahren haben über 41 000 Besucher die Ausstellung angesehen. Getragen wird dieses von einer Stiftung und unterstützt durch den Förderverein. «Ohne unser ehrenamtlich tätiges Team von 35 Freiwilligen wäre das Museum nicht, was es ist», sagt Stiftungsratspräsident Felix Wittwer.

Am Samstag und Sonntag wird das Team besonders gefordert: Zum Jubiläum öffnet das Museum seine Türen jeweils von 10 bis 17 Uhr. «Bei freiem Eintritt können die Besucherinnen und Besucher unsere interaktiven Informationen abrufen», sagt Hauser.