Baden

Lösung für Notfall-Apotheke gefunden — Versorgung der Bevölkerung bis Ende 2022 sichergestellt

Gaby und Daniel Aebi von der Apotheke Husmatt.

Gaby und Daniel Aebi von der Apotheke Husmatt.

Die Apotheke Husmatt in Dättwil wollte Ende Jahr ihren Notfalldienst einstellen. Nun erhält sie mehr Entschädigung und macht bis 2022 weiter.

«Die Genossenschaft Notfall-Apotheke Region Baden und die 24h-Notfallapotheke Husmatt AG konnten nach intensiven Verhandlungen eine neue Betriebsvereinbarung unterzeichnen und durch die Generalversammlung bestätigen lassen», heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Konkret: Die Versorgung der Bevölkerung nachts und an Sonn- und Feiertagen mit Medikamenten werde bis Ende 2022 durch die bewährte Apotheke Husmatt AG als zentrale Notfallapotheke beim Kantonsspital Baden sichergestellt.

Zur Erinnerung: Im vergangenen Juni wurde kommuniziert, dass die Apotheke Husmatt ihren Notfalldienst einstellt. Als Grund gab die Apotheke die schwierige Zusammenarbeit mit der zuständigen Genossenschaft sowie die mangelnde Mithilfe an. Die Kündigung durch das Ehepaar Aebi erfolgte auf Ende 2019.

Die Genossenschaft Notfall-Apotheke Region Baden ist eine Einrichtung mit dem Ziel, den Notfalldienst der Apotheken der Region zu organisieren, um die Versorgung der Bevölkerung auch ausserhalb der regulären Öffnungszeiten der Mitgliedsapotheken zu sichern. Idealerweise wurde während den letzten über 12 Jahre dieses Angebot zentral in der Nähe des Kantonsspitals Baden durch die 24h-Notfallapotheke Husmatt AG erbracht.

Kantonsspital Baden plant eine Austrittsapotheke

Der Vertrag läuft nur bis 2022, weil dann der Neubau des Kantonsspitals Baden (KSB) eröffnen soll. Das KSB plant eine Austrittsapotheke neben dem Notfallzentrum. Wer diese Apotheke dannzumal betreiben wird, ist noch offen. «Die Genossenschaft setzt sich dafür ein, dass die geplante Apotheke im KSB durch eine breite Trägerschaft geführt wird», sagt Bruno Hüsser, Geschäftsführer der Genossenschaft.

Man stehe mit dem KSB in Kontakt, damit ein Kooperationsvertrag ausgehandelt werden könne. «Es wird eine private AG gegründet, die im Eigentum der Apotheker des Einzugsgebiets steht. Die Rolle der Genossenschaft ist lediglich überbrückend und koordinierend, bis das neue Gebilde steht», präzisiert Hüsser.

Andere Lösung wäre sehr aufwendig geworden

Bruno Hüsser, Geschäftsführer der Genossenschaft, zeigt sich erfreut, dass man die Apotheke Husmatt wieder ins Boot habe holen können. «Nachdem wir auf Ende 2019 die Kündigung erhalten haben, haben wir uns auf die Suche nach Alternativen gemacht und tatsächlich auch einen Plan ausgearbeitet.»

Dabei habe sich gezeigt, das dessen Umsetzung nicht nur kostenintensiv, sondern auch in Sachen Ressourcen sehr aufwendig gewesen wäre. «Deshalb hat sich die Genossenschaft zu Gesprächen mit der Apotheke Husmatt getroffen, bei denen eine neue Betriebsvereinbarung erarbeitet werden konnte», so Hüsser. Diese würde nun die Bedürfnisse beider Vertragsparteien berücksichtigen.

Konkret, so Hüsser: «Die Genossenschaft beteiligt sich weiterhin an den Mehrkosten durch die 24-Stunden-Notfallapotheke, jedoch neu in höherem Umfang.» Es sei jetzt ein Kompromiss herausgekommen, der für alle Beteiligten stimme. «Der Gewinner ist in erster Linie der Patient, der auch ab 2020 von den 24-Stunden-Dienstleistungen der Notfallapotheke profitieren kann.»

Auch Daniel Aebi, der Geschäftsführer der Betreiberapotheke, ist zufrieden mit der gefundenen Lösung. «Für alle Beteiligten ist es gut, zu wissen, wie es bis Ende 2022 weitergeht.» Auch er zählt die Patienten zu den Gewinnern. Bei der Ausarbeitung des neuen Vertrags zählte er auf die Unterstützung von Regierungsrats-Kandidat Jean-Pierre Gallati (SVP).

«In den letzten 12 Jahren hat sich das Umfeld stark verändert, deshalb musste eine neue Lösung gefunden werden», sagt Aebi. Als wichtigsten Punkt nennt er die höhere Kostenbeteiligung durch die Genossenschaft. «Personal für die Nacht zu finden, ist nicht einfach und nicht günstig», sagt Aebi.

Ein Grossteil der Unstimmigkeiten und strukturellen Probleme der alten Betriebsvereinbarung konnte in den Verhandlungen angegangen und im neuen Vertrag gelöst werden. «Wir sind als Betreiber der 24h-Notfallapotheke eigentlich sehr zufrieden, obwohl immer noch Punkte vorhanden sind, die noch nicht optimal sind. Die Zukunft wird zeigen, ob diese Vereinbarung nun dauerhaft Bestand hat.»

Apotheke Husmatt bewirbt sich für Austrittsapotheke

Wie es nach 2022 weitergeht, ist noch offen. Für den Betrieb der Austrittsapotheke im KSB hat sich – nebst einigen anderen Apotheken – auch die Apotheke Husmatt AG beworben. Ob sie den Zuschlag erhält? In den letzten 12 Jahren hat sie sich einen grossen Vorsprung an Know-how betreffend Notfalldienst in der Nacht und an Sonn- und Feiertagen und in der Personalrekrutierung und Einarbeitung erarbeitet. Die Apotheke Husmatt war lange Zeit die einzige ihrer Art. Nur in Zürich und Basel gibt es ähnliche Modelle.

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