Während viele Aargauer gestern ihren freien Tag genossen, hatte Landammann Alex Hürzeler (SVP) ein dicht gedrängtes Programm zu bewältigen. Erst war der gebürtige Fricktaler am Morgen an der Bundesfeier auf dem Gemeindehausplatz in Spreitenbach anzutreffen, wo er zum Nationalfeiertag Grussworte an die Bevölkerung richtete. Einige Kilometer weiter nordwestlich hielt er nur wenig später die Festtagsrede auf der Schulhausanlage in Untersiggenthal. Dank einer zweiwöchigen Reise in einem Mini Cooper quer durch die Schweiz sei er bestens vorbereitet auf seine Ansprache, erklärte Hürzeler zu Beginn gut gelaunt.

Danach überraschte der 53-Jährige mit selbst gebastelten Plakaten, welche sechs «typisch schweizerische Eigenschaften» abbilden sollten. Auf einem roten Plakat war als Erstes die Neutralität an der Reihe. Sie präge den Schweizer Kern und ermögliche es, Frieden und Wohlstand auch international zu fördern, betonte Hürzeler und blätterte zum nächsten Plakat, auf dem auf rotem Grund ein erstes weisses Quadrat zum Vorschein kam.

Alex Hürzeler in Untersiggenthal.

Alex Hürzeler in Untersiggenthal.

Alex Hürzeler an der Bundesfeier in Untersiggenthal.



Damit würdigte er die «atemberaubende» Natur- und Landschaftsvielfalt der Schweiz, die es immer wieder wahrzunehmen gelte. Mit den Plakaten drei und vier, auf denen sich zwei weitere Quadrate hinzugesellten, strich Hürzeler die Bedeutung des einzigartigen materiellen und immateriellen Kulturerbes hervor. «Was wäre die Schweiz ohne das Jassen? Ohne Jodeln? Ohne Hornussen?», fragte er rhetorisch in die Runde, bevor er sich ans nächste Plakat machte. Das vierte Quadrat im Schweizer Kreuz widmete Hürzeler Tugenden wie Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und Organisation, durch welche die Schweizer andernorts zwar manchmal pingelig erscheinen mögen, auf die man aber sehr stolz sein könne.

Damit war die Flagge nahezu komplett, das finale Quadrat in der Kreuzmitte schliesslich galt dem «Herzstück» der Schweiz: den Einwohnerinnen und Einwohnern. «Sie füllen unser Land Tag für Tag mit Leben», sagte Hürzeler und wünschte der «wunderbaren Schweiz» zum Schluss alles Gute zum Geburtstag.