Zwischen 700 und 800 Pontoniere bevölkerten die Reuss an den beiden Wettkampftagen. Von den 42 gesamtschweizerischen Vereinen waren 34 am Start. Aufgeteilt auf drei bis fünf Boote pro Sektion gingen sie auf den Parcours und traten im Sektionsfahren an, was im Pontoniersport als die Königsdisziplin gilt. Vier Wochen vor dem Eidgenössischen Wettfahren in Bremgarten hatten die teilnehmenden Vereine in Mellingen noch einmal die Möglichkeit, Stärken und Schwächen auszuloten. «Und das in einem Flussabschnitt der Reuss, der dem Bremgartner sehr ähnlich ist», sagt Sven Kisseleff, im OK für die Kommunikation zuständig.
Die Lokalmatadore vom Pontonierfahrverein Mellingen mit seinen 40 Aktivmitgliedern und 20 Jungpontonieren eröffneten den Wettkampf am Samstagmorgen in aller Frühe. Kisseleff: «Ganz so gut ist es aus unserer Sicht aber nicht gelaufen, der anspruchsvolle Parcours hat schon Mühe gemacht. Aber zum Glück nicht nur uns allein.» Im Unterschied zu den Vereinen von auswärts hatten die Mellinger Gastgeber Gelegenheit, den schon zwei Wochen vor dem Wettfahren aufgebauten Parcours im Vorfeld ausgiebig zu testen.
Herzstück und wohl kniffligster Punkt war sicher der vom Militär ins Flussbett gerammte Felsen, den es zu umfahren galt. Um dann in die Flussmitte einzudrehen und dort die am höchsten bewerteten Durchfahrten – die mit dem Schweizer Kreuz versehenen – zu erwischen, ohne die Trennstangen zu berühren. Aber nicht nur auf Geschick und Schnelligkeit kam es an. Es ging auch darum, zu viert in einem Boot zu sitzen und als Team zu agieren. «Beim Sektionsfahren kommt noch eines dazu, der Stil», informiert Kisseleff. Kampfrichter bewerten, wie die Boote den Parcours absolvieren, bestenfalls schön gestaffelt, mit den richtigen Abständen und mit Fahrerpaaren in der Harmonie der Bewegung. Kein leichtes Unterfangen auf einer Reuss, die am Wochenende Kisseleff zufolge für die Jahreszeit überdurchschnittlich tief und strömungsintensiv war.
Rund 100 Helfer waren am Wochenende in Mellingen im Einsatz und machten bei bestem Sommerwetter den sportlichen Grossanlass möglich. Sven Kisseleff: «Dass die Sonne schien, war für die Besucher gut. Aber für die Pontoniere auf den Booten war es eine schweisstreibende Angelegenheit.»