Baden
Klimaschützerin baut erneut einen Schneemann – wie viel kostet er diesmal?

Im Februar musste Alexandra Neumann 150 Franken bezahlen und kuriose Auflagen erfüllen. Die Stadt wurde mit einem Schmähpreis ausgezeichnet. Nun hat die Klimaschützerin ihre Aktion in Baden wiederholt.

Pirmin Kramer
Merken
Drucken
Teilen
Mit diesem Schneemann hat Alexandra Neumann diese Woche auf den Klimawandel aufmerksam gemacht.

Mit diesem Schneemann hat Alexandra Neumann diese Woche auf den Klimawandel aufmerksam gemacht.

zVg

Diesmal, so scheint es, drückt die Stadt Baden beide Augen zu. «Es wurde kein formelles Verfahren zur Bewilligung des Baus eines Schneemanns geführt. Von der Aktion von Frau Neumann haben wir Kenntnis genommen», teilt die Stadtpolizei Baden auf Anfrage mit.

Alexandra Neumann aus Wettingen hat wie schon im Februar mit dem Bau eines Schneemanns auf den Klimawandel aufmerksam gemacht. Weil es sich um einen politischen Anlass handelte, musste sie im Februar für den Bau des Schneemanns auf öffentlichem Grund eine Bewilligung beantragen. Sie wurde ihr erteilt – aber nur unter Auflagen: Sie musste etwa den Schnee nach der Veranstaltung wieder wegräumen.

Auch eine Rechnung war der Bewilligung beigelegt: Behandlungsgebühr 100 Franken, Benützungsgebühren 55 Franken. Die Stadt Baden wurde von der Jury des Schmähpreises «Rostiger Paragraf» mit dem 3. Platz ausgezeichnet. Die IG Freiheit, die den Preis verleiht, macht die Öffentlichkeit auf die unzähligen bürokratischen Regulierungen aufmerksam.

Alexandra Neumann will der Bevölkerung sowie Politikerinnen und Politikern mit ihrer Aktion vor Augen führen, «dass es in Zukunft wegen der Klima­erwärmung voraussichtlich immer weniger Schneemänner geben wird».