Baden

Im Stadtbistro Isebähnli gibts die wöchentliche Portion Jazz

Nebst Schweizer Jazz-Musikerinnen und -musikern geben sich im «Isebähnli» immer auch wieder internationale Grössen die Ehre. So trat 2017 etwa Altstar Steve Swallow auf.

Nebst Schweizer Jazz-Musikerinnen und -musikern geben sich im «Isebähnli» immer auch wieder internationale Grössen die Ehre. So trat 2017 etwa Altstar Steve Swallow auf.

Kommenden Montag beginnt zum 40. Mal die Badener Jazz-Konzertreihe «It’s Jazz Monday» – wie alles begann.

Seit 1980 veranstaltet der Verein Jazz in Baden Jazz-Konzerte in einem Badener Restaurant – kommenden Montag beginnt die 40. Saison. Die Konzerte sind zu einer fixen Grösse im Schweizer Jazz-Kalender geworden. Kaum eine bekannte Jazzerin oder ein bekannter Jazzer, die nicht schon in Baden aufgetreten wären.

Auf der Website von «Jazz in Baden» findet sich im Archiv für den 24. Oktober 1980 der Vermerk: «Eröffnungsfest mit Ad Hoc Sextett». Ort war das Restaurant «Trudelkeller» an der Oberen Halde in Baden. Pjotr Frey, der Wirt damals, war ein umtriebiger Mensch. Eigentlich Architekt, war er Wirt geworden, weil sich eben die Gelegenheit bot. Und die Musik, die er liebte, beschloss er kurzerhand im hinteren Teil seiner Beiz zu veranstalten.

Ein paar Jazz-Studenten aus der Region bekamen so Gelegenheit, immer wieder vor Publikum aufzutreten, zum Beispiel ein junger Pianist namens Christoph Baumann und sein Compagnon am Bass, Hämi Hämmerli. Die Gage bezahlte Pjotr Frey aus der Beizenkasse – eine wacklige Finanzierung, die dazu führte, dass Jazzliebhaber um den Bezlehrer Bruno Rub beschlossen, die private Initiative auf ein solides Fundament zu stellen und gutschweizerisch einen Verein zu gründen: Der «Verein Jazz in Baden» war geboren.

Seit 1993 spielen die Musiker im «Isebähnli»

Kommenden Montag beginnt nun die 40. Konzertsaison im Stadtbistro Isebähnli. Und natürlich stehen im Eröffnungskonzert die zwei Musiker wieder auf der Bühne, die damals und seither unzählige Male hier gespielt haben, Christoph Baumann und Hämi Hämmerli. Die Konzerte finden heute im Stadtbistro «Isebähnli» statt; nach Wechseln vom Trudelhaus über das Café Burger, das Restaurant Alte Brücke und das ThiK hat der Verein seit 1993 hier seine Heimat.

Dreissig Konzerte gehen während dieses Winters über die Isebähnli-Bühne, und das Konzept bei der Programmauswahl ist immer das gleiche: Die Schweizer Jazzszene mit einem Fokus auf regionale Musiker und Musikerinnen soll abgebildet werden, internationale Künstler sind willkommen.

Atmosphäre ist genauso wichtig wie Musik

Ein Blick ins Saisonprogramm zeigt, was damit gemeint ist. Christoph Baumann und seine Leute gehören mittlerweile zur Kategorie «Altmeister». Das gilt auch für die Gitarristen Roberto Bossard und Christy Doran und den 82-jährigen Schlagzeuger Pierre Favre. Neben ihnen geben neue Bands ihren Einstand in Baden: «Blaer» um die Berner Pianistin Maja Nydegger, das neue Sextett des Zürcher Schlagzeugers Lukas Mantel und der Zusammenschluss der jungen Wilden Julian Sartorius und Manuel Troller. Aus der Abteilung «international» werden der New Yorker Pianist Marc Copland und der Saxofonist Loren Stillman im Isebähnli gastieren.

Fast ebenso wichtig allerdings wie das Line-up der Bands ist im «Isebähnli» die Atmosphäre. Man trinkt ein Bier oder geniesst die berühmten Spaghetti, trifft Freunde und freut sich auf die wöchentliche Portion Jazz. Und wenn um 20.15 Uhr jeweils das Licht gedimmt wird und sich die Musiker in der Ecke um den Flügel bereit machen, wird es still. Dann steht die Musik im Zentrum – «It’s Jazz Monday»!

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