Freienwil

Gesuch für Mobilfunk-Antenne sistiert – Kritiker dürfen sich aber nicht zu früh freuen

Seit bald drei Jahren steht hier das Antennen-Profil.

Seit bald drei Jahren steht hier das Antennen-Profil.

Der Freienwiler Gemeinderat hat das Mobilfunkantennen-Projekt abgeschrieben. Die Swisscom hat das Baugesuch zurückgezogen. Wars das also?

Hat sich der Kampf und der Widerstand gegen die geplante Mobilfunktantenne in Freienwil nun doch gelohnt? So zumindest könnte die jüngste Meldung in den Freienwiler Gemeindenachriten interpretiert werden. «Das aktuelle Baugesuch wurde zurückgezogen; das Gesuch wird vom Gemeinderat abgeschrieben.» Ende gut, alles gut?

Zur Erinnerung: Freienwil ist ein Handy-Funkloch. Um das zu verbessern, hat der Mobilfunkanbieter Swisscom 2017 ein Baugesuch für eine neue Mobilfunkanlage eingereicht, die zudem mit Antennen von Salt bestückt werden soll. Aufgestellt werden sollte die Anlage bei der Sportanlage Maas eingangs des Dorfes. Die Mobilfunkantenne wäre rund 25 Meter hoch. Gegen das Vorhaben erwuchs rasch Widerstand. Insgesamt 159 Personen stellten sich gegen das Projekt – das war fast jeder sechste Einwohner des Dorfes. Der Grundtenor: Ortsbild und Landschaftsschutz seien bei der Standortwahl völlig vernachlässigt worden. Auch wurden Bedenken wegen der Strahlung geäussert. Der Widerstand zeigte Wirkung. Der Gemeinderat zeigte sich bereit, alternative Standorte überprüfen zu lassen.

Wie ist nun die jüngste Gemeindenachricht zu verstehen? «Wir konnten die Bauherrin Swisscom motivieren, das Baugesuch zurückzuziehen», sagt Gemeindeammann Robert Müller (SVP). Das bedeute aber nicht, dass die Antenne an diesem Standort ganz vom Tisch sei. «Die Swisscom wird aller Voraussicht nach ein neues Gesuch mit einer jedoch geringeren Antennenhöhe von 15 bis 17 Metern einreichen», so Müller.

Weniger hoch, dafür nur Platz für einen Anbieter

Dass am Standort beim Sportplatz festgehalten wird, liegt daran, dass keiner der 49 geprüften alternativen Standorte geeignet ist. Diese Evaluation hatte der Gemeinderat nicht zuletzt wegen des grossen Widerstands veranlasst. Das sich kein anderer Standort gefunden hat, liegt einerseits daran, dass innerhalb des Baugebiets wenig Spielraum wegen einer möglichen Beeinträchtigung des Ortsbildes oder zu grosser Nähe zu Orten mit empfindlicher Nutzung besteht. Andererseits sind ausserhalb des Baugebiets Mobilfunkanlagen nicht zonenkonform oder bedürfen einer Ausnahmebewilligung, für die der Kanton aber nur selten grünes Licht erteilt. Dank der weniger hohen Antenne, so der Gemeinderat, soll die Einbettung in die bestehenden Pappeln besser möglich sein und dadurch auch das Ortsbild nicht mehr derart tangiert sein. Eine weniger hohe Antenne hätte aber zur Folge, dass nur noch ein Anbieter Platz hat.

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